Sleeve

Im Etikettendruck bezeichnet „Sleeve“ ein schlauchförmiges Folien-Etikett, das als vollständige Hülle um ein Produkt oder einen Behälter gelegt wird. Die beiden wichtigsten Ausprägungen sind das Shrink-Sleeve, das durch Hitzeeinwirkung auf die Behälterform aufgeschrumpft wird, und das Stretch-Sleeve, das ohne Wärmeeinsatz allein durch Dehnung und Eigenelastizität am Behälter haftet. Im industriellen Kennzeichnungsbereich existiert daneben der sogenannte Clip-Sleeve-Drahtmarkierer, ein schlauch- oder clipförmiger Marker zur Kennzeichnung von Kabeln und Leitungen.

Shrink-Sleeves werden aus Kunststofffolien wie Polyethylen (PE), Low-Density-Polyethylen (LDPE), Polyolefin (PO) oder teilweise Polyvinylchlorid (PVC) gefertigt. Die Folie wird zunächst bedruckt, anschließend zu einem Schlauch konfektioniert und über den Behälter gestülpt. Im Applizierungsprozess bewirkt gezielte Wärmezufuhr, dass die Folie schrumpft und sich wie eine zweite Haut an die Behälterkontur anpasst. Stretch-Sleeves bestehen aus einem elastischen Material, das mechanisch aufgeweitet und auf den Behälter gezogen wird; die Rückstellkraft des Materials sorgt für den festen Sitz ohne jede Wärmebehandlung. In der Kabelkennzeichnung werden Clip-Sleeves mithilfe spezieller Montagewerkzeuge auf Leitungen aufgebracht und tragen den Kennzeichnungstext als dauerhaft lesbaren Marker.

Für den Etikettendruck ist der Sleeve-Begriff aus mehreren Gründen praxisrelevant. Shrink-Sleeves gelten als eine der am schnellsten wachsenden Etikettierungstechnologien und ermöglichen eine vollformatige 360-Grad-Gestaltung, auch auf unregelmäßig geformten Behältern – ein Gestaltungsfreiraum, den herkömmliche Haftetiketten nicht bieten. Da das Druckbild häufig auf der Innenseite der Folie aufgebracht wird, ist es vor Abrieb und äußeren Einflüssen geschützt, was die Haltbarkeit der Kennzeichnung erhöht. Bei der Materialauswahl spielt die Recyclingfähigkeit eine zunehmende Rolle: Für Stretch- und Shrink-Sleeves werden recycelte LDPE- oder PET-Materialien eingesetzt, die eine korrekte Trennung von Etikett und Behälter erleichtern und damit geltenden Verpackungs- und Recyclinganforderungen entgegenkommen. Die Wahl zwischen Shrink- und Stretch-Sleeve hat direkte Konsequenzen für die Produktionslinie: Stretch-Sleeves werden überwiegend für Mehrwegflaschen verwendet, Shrink-Sleeves fast ausschließlich für Einwegbehälter. Im industriellen Kennzeichnungsbereich müssen Sleeve-Lösungen für Kabel und Anlagen dieselben Beständigkeitsanforderungen erfüllen wie andere Etikettenmaterialien – darunter Widerstandsfähigkeit gegen UV-Strahlung, Chemikalien und Temperatureinflüsse.