Stanzung

Stanzung bezeichnet im Etikettendruck den technisch geregelten Vorgang, bei dem Etiketten mittels eines Schneidwerkzeugs unter Druck aus einer Material­bahn oder einem Bogen herausgetrennt oder teilgetrennt werden. Technisch gesehen handelt es sich um die Herstellung von Flachteilen mithilfe einer Presse und eines präzisen Stanzwerkzeugs, das Form, Kontur und Abmessungen der fertigen Etiketten aus dem Rohmaterial erzeugt.

Im praktischen Ablauf wird eine Rolle bedruckten oder unbedruckten Haftmaterials in die Stanzmaschine eingezogen, an einem Stanzzylinder vorbeigeführt und dort geschnitten. Dabei unterscheidet man zwei grundlegende Verfahren: Beim Anstanzen – auch Kiss-Cut genannt – werden ausschließlich das Obermaterial und der Klebstoff durchtrennt, während das Trägermaterial aus Silikonpapier oder -folie unversehrt bleibt. Dieses Verfahren ist für Haftetiketten der Standard, da sich die Etiketten so sauber und rückstandsfrei vom Träger ablösen lassen. Beim Ausstanzen oder Durchstanzen hingegen wird das gesamte selbstklebende Material einschließlich des Trägers durchtrennt, sodass einzelne Etiketten ohne Trägermaterial entstehen. Darüber hinaus werden Stanzwerkzeuge auch zum Perforieren von Etiketten oder Trägern sowie zum Zuschneiden von Materialbahnen eingesetzt.

Maschinenseitig dominiert im Etikettendruck die rotative Stanzung: Das Stanzwerkzeug sitzt auf einem rotierenden Magnetzylinder, der gemeinsam mit einem Gegendruckzylinder das Material führt. Dabei ist das Spaltmaß zwischen beiden Zylindern – in Europa üblicherweise 0,480 mm – eine kritische Stellgröße. Als Alternative zum konventionellen Rotationsstanzen mit Stanzblech existiert die Laserstanze, bei der ein Laserstrahl das Material konturgenau schneidet und keine physischen Stanzformen benötigt werden.

Für Hersteller und Käufer von Etiketten ist die Qualität der Stanzung unmittelbar geschäftsrelevant. Ein korrekt angestanztes Etikett löst sich zuverlässig vom Träger und lässt sich problemlos in automatischen Etikettieranlagen oder Etikettendruckern verarbeiten. Ist die Stanztiefe zu groß und das Trägermaterial verletzt, kann Klebstoff ausbluten und den reibungslosen Betrieb solcher Anlagen beeinträchtigen. Ist die Stanzung hingegen zu flach, lassen sich Etiketten nicht sauber entnehmen. Das Ergebnis einer Stanzung hängt dabei stets vom Zusammenspiel dreier Faktoren ab: dem verwendeten Material, dem Stanzaggregat mit seinen eingestellten Parametern und dem Stanzwerkzeug selbst. Für den Einkauf von Etiketten bedeutet das: Saubere Stanzkonturen ohne Grat und ohne Beschädigung des Trägers sind ein zentrales Qualitätsmerkmal, das direkte Auswirkungen auf die Verarbeitbarkeit und das Erscheinungsbild der Kennzeichnung hat.