Der Begriff „Tieftemperaturklebstoff“ ist im Etikettendruck kein formell genormter Fachterminus; einschlägige Hersteller und Fachportale verwenden stattdessen die Bezeichnungen „Niedrigtemperatur-Klebstoff“ oder „Tiefkühlkleber“. Gemeint ist damit ein druckempfindlicher Klebstoff, der speziell so formuliert ist, dass er sich bei Untergrundtemperaturen deutlich unter den üblichen +10 °C – nämlich bereits ab etwa 0 °C bis –25 °C – sicher verkleben lässt und anschließend dauerhaft bei Tiefkühltemperaturen haftet.
Standard-Haftklebstoffe für Etiketten ermöglichen die Verklebung ab etwa 0 °C und sind für Betriebstemperaturen von –20 °C bis +80 °C ausgelegt. Tiefkühlkleber hingegen übertreffen diese Grenzen in beide Richtungen: Die empfohlene Mindest-Verklebetemperatur liegt bei –25 °C, sodass bereits gefrorene Produkte direkt etikettiert werden können. Der Einsatzbereich nach dem Anbringen reicht je nach Formulierung von –40 °C bis +60 °C, bei bestimmten Acrylat-Klebstoffen sogar bis –50 °C. Chemisch basieren diese Spezialklebstoffe häufig auf Acrylat-Formulierungen; ein Hersteller nennt als Besonderheit, dass ein solcher Klebstoff seine maximale Klebkraft erst ab etwa –15 °C vollständig entfaltet. Unmittelbar nach dem Aufbringen ist in der Praxis eine Ruhezeit von mindestens 20 Minuten einzuplanen, damit der Kleber seinen vollen Halt erreicht.
Für den Etikettendruck ist die korrekte Klebstoffauswahl entscheidend, weil ein ungeeigneter Standardkleber bei Kälte seine Haftkraft verliert und sich das Etikett ablöst – mit Folgen für Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Verkehrsfähigkeit des Produkts. Tiefkühlklebstoffe kommen daher überall dort zum Einsatz, wo Etiketten entweder bei niedrigen Temperaturen aufgebracht oder dauerhaft bei Tiefkühlbedingungen verwendet werden: typisch in der Lebensmittelindustrie für Tiefkühlkost und gekühlte Convenience-Produkte, in der Tiefkühllogistik auf Kartons und Behältern in Kühlhäusern sowie in der allgemeinen Industriekennzeichnung bei dauerhaft kühlen Umgebungen. Im Materialaufbau unterscheiden sich Tiefkühletiketten nicht grundsätzlich vom Standardaufbau – Obermaterial, Klebstoffschicht und Liner –, jedoch ist die Klebstoffschicht die ausschlaggebende Variable. Als Obermaterial kommen Papier oder Folie in Frage; die fertigen Etiketten sind mit gängigen industriellen Druckverfahren, insbesondere Thermotransferdruckern, kompatibel. Käufer und Verarbeiter sollten beim Einkauf stets sowohl die Verklebetemperatur als auch die spätere Einsatztemperatur spezifizieren, da beide Parameter die Klebstoffwahl bestimmen. Auch die sachgerechte Lagerung der Etikettenrollen spielt eine Rolle, da extreme Lagertemperaturen die Klebstoffeigenschaften vor der Verarbeitung beeinträchtigen können.