Track & Trace

Track & Trace bezeichnet im industriellen Kennzeichnungsumfeld ein System, mit dem Produkte, Gebinde oder Packmittel über die gesamte Lieferkette hinweg durch eindeutige Kennzeichnung und automatische Datenerfassung lückenlos identifiziert und rückverfolgt werden können. Grundlage ist die Vergabe eines maschinenlesbaren Codes, der auf das Produkt oder sein Etikett aufgebracht und in einer zentralen Datenbank mit produktspezifischen Informationen verknüpft wird. Ziel ist die vollständige Rückverfolgbarkeit vom Wareneingang über Produktion und Logistik bis zum Endkunden sowie der Schutz vor Fälschung und Manipulation.

Technisch basiert Track & Trace auf der Verwendung von 1D-Barcodes, 2D-Codes wie DataMatrix oder QR-Code sowie in manchen Anwendungen auf RFID-Transpondern. Der aufgedruckte Code enthält dabei eine Kombination aus festen und variablen Daten, etwa Chargen- oder Seriennummern, Produktionsort, Lieferantennummer und Auftragsdaten. Nach dem Aufbringen des Codes wird dieser mit dem jeweiligen Produktionsauftrag verknüpft und in einer Datenbank oder einem ERP-System wie SAP hinterlegt. Serialisierung – die Vergabe eines einzigartigen Codes pro Einheit – und Aggregation – die Verknüpfung einzelner Einheiten zu Gebinden, Kartons und Paletten – sind dabei zentrale Verfahren, insbesondere in regulierten Branchen wie der Tabak- oder Sprengstoffindustrie. In letzterem Fall schreibt die EU-Richtlinie 2008/43/EG eine eindeutige Markierung mit fortlaufenden DataMatrix-Codes und eine zehnjährige Datenspeicherung vor. Die EU-Tabakproduktrichtlinie wiederum verlangt serialisierte und aggregierte Kennzeichnung auf Gebinden und Versandkartons. In der chemischen Industrie erfolgt die Code-Erzeugung auf Basis des GS1-Standards, etwa gemäß VPA 9, für Stahlfässer, PE-Fässer und IBCs.

Für den Etikettendruck hat Track & Trace weitreichende praktische Konsequenzen. Etikettiersysteme müssen in der Lage sein, variable Daten und 2D-Codes in hoher Qualität und reproduzierbar zu drucken, da die maschinelle Lesbarkeit der Codes über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleistet sein muss. Moderne Print-&-Apply-Systeme wie das Videojet 9550 drucken, kodieren und applizieren Etiketten vollautomatisch und sind in Serialisierungs- und Aggregationssysteme integrierbar. An die Etikettenmaterialien selbst werden entsprechend hohe Anforderungen gestellt: Die verwendeten Träger- und Klebstoffmaterialien müssen auf den jeweiligen Untergrundmaterialien – etwa PE, PVC, Metall oder Silikon – dauerhaft haften und die Lesbarkeit der aufgedruckten Codes zuverlässig erhalten. Bei RFID-basierten Anwendungen kommen zusätzlich Etiketten mit integrierten Transpondern zum Einsatz, die im laufenden Betrieb gleichzeitig bedruckt und elektronisch programmiert werden. Für Einkäufer von Etiketten bedeutet dies, dass Materialauswahl, Klebereignung und Codestandard von Beginn an auf das jeweilige Track-&-Trace-System abgestimmt sein müssen, um Compliance-Anforderungen zu erfüllen und eine nahtlose Integration in bestehende Datenbanken und Lieferkettenprozesse sicherzustellen.