Übertragbarer Haftklebstoff

Ein übertragbarer Haftklebstoff ist eine Klebstoffschicht, die zwischen zwei Trennmaterialien eingebettet ist und durch Abziehen dieser Trägermaterialien auf ein Zielsubstrat übertragen wird. Das Besondere an diesem Klebstofftyp liegt darin, dass er nach dem Gebrauch nicht dauerhaft auf seinem ursprünglichen Träger verbleibt, sondern vollständig auf den gewünschten Untergrund übergeht. Damit folgt er einem Transfer- beziehungsweise Übertragungsprinzip, das ihn von klassischen Haftklebstoffen grundlegend unterscheidet.

Im Etikettenkontext ist der typische Aufbau eines Haftetiketts aus drei Schichten geläufig: Obermaterial, Klebstoff und Trägermaterial. Der übertragbare Haftklebstoff stellt hierbei einen Spezialfall dar. Anstatt als feste Haftschicht auf dem Etikett selbst zu verbleiben, wird die Klebeschicht beim Anwenden auf das Zielsubstrat übertragen. Dieser Vorgang ist an das physische Abziehen der Trägermaterialien gebunden, die die Klebstoffschicht bis zum Gebrauch schützen und stabilisieren. Wie andere Klebstoffsysteme im Etikettenbereich kann auch ein übertragbarer Haftklebstoff auf unterschiedlichen chemischen Grundlagen basieren – genannt werden in der Fachliteratur unter anderem Reinacrylate, modifizierte Acrylate, Elastomere, Kautschuk, Polyurethane und Silikone. Hinsichtlich der Verarbeitungsform sind Lösemittelsysteme, wässrige Dispersionen, Haftschmelzklebstoffe sowie strahlenvernetzende Haftschmelzstoffe gebräuchlich.

Für den Etikettendruck ist dieser Klebstofftyp in spezifischen Anwendungsfällen relevant, in denen die Übertragung der Klebeschicht auf ein Substrat technisch gewünscht oder notwendig ist. Der Produktionsprozess solcher Etiketten umfasst wie bei konventionellen Haftverbünden die Schritte Drucken, Stanzen und Schneiden. Hersteller und Käufer von Etiketten sollten bei der Auswahl eines übertragbaren Haftklebstoffs dieselben Kriterien berücksichtigen, die grundsätzlich für die Klebstoffwahl gelten: die Oberflächenbeschaffenheit des Zielsubstrats, die gewünschte Klebedauer, mögliche Umwelteinflüsse sowie gesetzliche Anforderungen an die Kennzeichnung. Da diese Faktoren je nach Anwendung stark variieren können, empfiehlt sich grundsätzlich ein Test unter Praxisbedingungen, bevor eine endgültige Materialentscheidung getroffen wird. Der übertragbare Haftklebstoff ist damit kein universelles Standardmittel, sondern ein gezielt einsetzbares Klebstoffsystem für Fälle, in denen das Transferprinzip einen konkreten funktionalen Vorteil bietet.