UHF-RFID steht für Ultrahochfrequenz-RFID und bezeichnet eine Funktechnologie zur berührungslosen, automatischen Identifikation von Objekten im Frequenzbereich von 860 bis 960 MHz – in Europa typischerweise 865 bis 869 MHz, in den USA und Asien rund 950 MHz. Ein UHF-RFID-System besteht aus einem Transponder (Tag) mit Mikrochip und Antenne sowie einem Lesegerät, das Daten drahtlos lesen und schreiben kann.
Die meisten UHF-RFID-Tags sind passive Transponder: Sie benötigen keine eigene Batterie, sondern beziehen ihre Energie aus dem elektromagnetischen Feld des Lesegeräts. Gegenüber anderen RFID-Frequenzbereichen bietet UHF besondere Vorteile: Reichweiten von mehreren Metern – in der Praxis bis etwa zehn Meter – und die Fähigkeit, viele Tags gleichzeitig zu erfassen, werden als sogenanntes Multi-Read bezeichnet. Die Luftschnittstelle ist normativ in der Reihe ISO/IEC 18000 geregelt, für den UHF-Bereich konkret in ISO/IEC 18000-63.
Im Etikettendruck ist UHF-RFID besonders relevant, weil Chip und Antenne direkt in das Etikett integriert werden. Ein solches RFID-Etikett besteht aus dem Mikrochip mit Datenspeicher, einer auf die UHF-Frequenz abgestimmten Antenne, einem Trägermaterial aus Papier oder Folie sowie einer Klebstoffschicht. Für Anwendungen auf Metalloberflächen existieren spezialisierte On-Metal-Etiketten, deren Materialaufbau eine isolierende Zwischenschicht enthält, die Störeinflüsse des leitenden Untergrunds kompensiert.
Etikettendrucker mit integriertem UHF-Schreib-/Lesemodul kodieren den RFID-Chip während des Druckvorgangs und bedrucken das Etikett gleichzeitig mit Klartext, Barcodes oder anderen optischen Informationen – überwiegend im Thermotransfer-Verfahren. Hersteller und Anwender setzen dabei auf zertifizierte Drucksysteme, da nur so hohe Kodierungsraten und Leseraten zuverlässig erreicht werden.
Typische Einsatzbereiche sind die Produkt-, Karton- und Palettenkennzeichnung in Logistik und Handel, Bestandsverwaltung, Supply-Chain-Tracking sowie Asset-Tracking in der Industrie. Für Etikettenhersteller bedeutet das eine sorgfältige Auswahl des passenden Inlays – also der Chip-Antennen-Kombination – sowie die Abstimmung des Etikettenaufbaus auf Untergrund, verfügbaren Bauraum und Lesesituation. Anwender müssen zusätzlich Umgebungsfaktoren wie Metalloberflächen, Flüssigkeiten, Temperatur und Bewegungsgeschwindigkeit berücksichtigen, da diese die Leserate direkt beeinflussen. Der entscheidende praktische Vorteil liegt darin, dass ein UHF-RFID-Etikett sowohl visuelle als auch elektronische Identifikation auf einem einzigen Träger vereint und damit manuelle und automatisierte Erfassung parallel ermöglicht.