Urethan-Klebstoffe sind Klebstoffe auf Basis von Polyurethan-Chemie, die im Etikettendruck zur Gruppe der Haftklebstoffe zählen. Sie werden in der Fachpraxis häufig auch als Polyurethan-Klebstoffe bezeichnet und gelten als Sonderklebstoffe, die dann zum Einsatz kommen, wenn Etiketten außergewöhnlichen Belastungen standhalten müssen.
Jedes Etikett besteht grundsätzlich aus drei Schichten: dem Obermaterial, der Klebstoffschicht und dem Trägermaterial. Die Klebstoffschicht übernimmt dabei die Aufgabe, das Obermaterial dauerhaft mit dem jeweiligen Untergrund zu verbinden. Bei Urethan-Klebstoffen ist die Polyurethan-Chemie so ausgelegt, dass diese Verbindung auch unter starker chemischer und mechanischer Belastung zuverlässig bestehen bleibt. Ein konkretes Anwendungsbeispiel aus der Praxis ist die Herstellung acetonbeständiger Etiketten: Hier ermöglicht der spezielle Polyurethan-Klebstoff, dass das Etikett trotz Lösungsmittelkontakt haftfähig bleibt. Ergänzend werden für solche chemisch resistenten Kennzeichnungen neben dem Klebstoff auch spezielle Etikettenmaterialien und spezielle Farbbänder eingesetzt, die ihrerseits zur Lösungsmittelbeständigkeit und Kratzfestigkeit des Aufdrucks beitragen.
Für den Etikettendruck ist die Kenntnis dieser Klebstoffklasse aus mehreren Gründen relevant. Hersteller von Etiketten müssen den Klebstoff stets an die konkrete Untergrundbeschaffenheit, die vorgesehene Klebedauer und die zu erwartenden Umwelteinflüsse anpassen. Urethan-Klebstoffe stehen dabei als gezielte Option zur Verfügung, wenn Standardklebstoffe an ihre Grenzen stoßen. Für Einkäufer und Anwender industrieller Etiketten bedeutet das: Wo Etiketten mit aggressiven Chemikalien wie Aceton oder mit mechanischer Beanspruchung in Kontakt geraten, muss die chemische Beständigkeit des Klebstoffs bei der Produktauswahl ausdrücklich berücksichtigt werden. Die Wahl des richtigen Klebstoffs beeinflusst unmittelbar die Lesbarkeit, die Haftung und die Dauerhaftigkeit der Kennzeichnung – Eigenschaften, die gerade bei industrieller und sicherheitsrelevanter Kennzeichnung gefordert sind, wo eine permanente Identifikation sichergestellt sein muss. Kommt ein Etikett mit Lebensmitteln in Berührung, gelten zusätzlich die Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, die auch durch Klebstoffe zusammengehaltene Materialien einschließt. Für Klebstoffe existieren auf EU-Ebene derzeit keine eigenen Einzelmaßnahmen, weshalb ergänzend nationale und internationale Kennzeichnungsanforderungen wie BfR XIV oder FDA 175.105 relevant werden können.