UV-Beständigkeit

UV-Beständigkeit bezeichnet im Etikettendruck die Widerstandsfähigkeit eines Etiketts gegenüber UV-Licht, insbesondere Sonnenlicht, ohne dass es dabei zu nennenswertem Verspröden, Verfärben, Verblassen oder Verwitterung kommt. Der Begriff umfasst alle drei Komponenten eines selbstklebenden Etiketts: das Trägermaterial, den Klebstoff und die Druckfarbe. Ein Etikett gilt als UV-beständig, wenn der Klebstoff unter Sonneneinstrahlung nicht aushärtet, die Farben stabil bleiben und keine Verwitterung einsetzt.

UV-Licht wirkt auf organische Substanzen zersetzend und bleicht Pigmente in Druckfarben aus. Die UV-Beständigkeit eines Etiketts hängt deshalb von mehreren Faktoren gleichzeitig ab. Beim Trägermaterial zeigen Folien, insbesondere Polyester (PET), deutlich bessere UV-Stabilität als Papier. Laminierte Etiketten mit einer PET-Deckschicht nutzen diese Eigenschaft gezielt: Die Polyesterlage wirkt als Schutzbarriere und bewahrt das darunter liegende Druckbild vor UV-Schädigung. Ergänzend setzen Hersteller UV-Schutzlacke ein, die Druckfarben vor dem Ausbleichen schützen und gleichzeitig gegen Abrieb, Nässe und aggressive Flüssigkeiten wirken. Bei den Druckfarben entscheidet die Lichtechtheit über die UV-Stabilität des Druckbilds. Die Lichtechtheit wird nach DIN 16525 bestimmt und auf einer Wollskala von 1 bis 8 angegeben, wobei höhere Werte eine bessere Beständigkeit bedeuten. Für Wasserfarben im Flexodruck liegen typische Werte zwischen Wollskala 4 und 7. Beim Thermotransferdruck beeinflusst neben dem Material auch die Tintenwahl das Ergebnis: Haltbarere Tinten liefern bei gleichen Materialien messbar bessere UV-Beständigkeit, wobei das Trägermaterial selbst als der entscheidende Faktor gilt.

Für den Etikettendruck ist UV-Beständigkeit vor allem bei Außenanwendungen und Langzeitkennzeichnungen ein zentrales Auswahlkriterium. Etiketten für Lagerplätze, Baustellen, den Gartenbau oder wetterfeste Produktkennzeichnung müssen auch nach jahrelanger Sonneneinstrahlung lesbar bleiben. Fehlt die UV-Beständigkeit, werden Barcodes, Sicherheitshinweise oder Produktinformationen unlesbar, was Kosten durch häufigen Etikettenaustausch verursacht und die Rückverfolgbarkeit gefährdet. Hersteller müssen bei der Produktentwicklung den Einsatzort und die Dauer der UV-Exposition berücksichtigen und Material, Klebstoff sowie Tinte entsprechend abstimmen. Für Käufer und Anwender gilt, dass hohe Lichtbeständigkeit allein keine Eignung für den Außeneinsatz garantiert, da dort zusätzlich Feuchtigkeit, Regen und chemische Einflüsse auf das Etikett einwirken. UV-Beständigkeit ist daher stets im Zusammenhang mit weiteren Witterungsbeständigkeitseigenschaften zu bewerten.