Ein UV-vernetzender Klebstoff ist ein meist acrylatbasierter Haftklebstoff, der nach dem Auftragen durch Bestrahlung mit UV-Licht chemisch aushärtet und dabei seine endgültigen Klebeeigenschaften erhält. Die Vernetzung bezeichnet den Prozess, bei dem sich Makromoleküle zu einem dreidimensionalen Netzwerk verbinden, wodurch der Klebstoff härter, weniger löslich und thermisch stabiler wird. Im Etikettendruck zählen solche Klebstoffe zu den leistungsfähigsten verfügbaren Haftsystemen.
Technisch basieren UV-vernetzende Klebstoffe häufig auf Polyacrylaten mit zugesetzten Photoinitiatoren, beispielsweise Benzophenonen. Vor der Beschichtung liegen sie als 100-prozentige Feststoff-Acrylatpolymere mit niedrigem Molekulargewicht vor und werden auf etwa 130 bis 140 Grad Celsius erhitzt, um als Schmelze auf das Trägermaterial aufgetragen zu werden. Direkt nach der Beschichtung erfolgt die Bestrahlung mit UVC-Licht im Bereich von etwa 250 bis 260 Nanometern. Das UV-Licht aktiviert die Photoinitiatoren, die Radikale bilden und die Vernetzung der Polymerketten auslösen. Dieser Prozess verleiht dem Klebstoff sein endgültiges Leistungsprofil. Da die Verarbeitungstemperaturen mit denen klassischer Schmelzklebstoffe vergleichbar sind, können UV-vernetzende Acrylathotmelts auf vorhandenen Hotmelt-Beschichtungsanlagen verarbeitet werden, was den Einstieg für Hersteller erleichtert.
Für den Etikettendruck ergibt sich daraus eine Reihe konkreter Konsequenzen. Erstens ermöglicht die sofortige Festigkeit nach UV-Aushärtung eine schnelle Weiterverarbeitung ohne längere Wartezeiten, was die Prozessgeschwindigkeit in der Etikettenproduktion erhöht. Zweitens sind diese Klebstoffe lösemittelfrei und wasserlos beschichtbar, weisen einen extrem niedrigen VOC-Gehalt auf und eignen sich dadurch besonders für Anwendungen mit strengen Auflagen, etwa im Medizin- oder Automobilbereich. Drittens bieten UV-vernetzte Hotmelt-Klebstoffe gute Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit und Chemikalien, weshalb sie explizit für Etiketten in chemischen Betrieben oder feuchten Umgebungen empfohlen werden. In der Etikettenherstellung werden UV-härtende Klebstoffe zudem häufig in Kombination mit UV-härtenden Schutzlacken und Folienlaminierungen eingesetzt, was zu besonders haltbaren und funktionellen Etiketten für Industrie- und Außenanwendungen führt. Im Bereich der industriellen Kennzeichnung werden UV-lichthärtende Klebstoffe außerdem eingesetzt, um Klebeetiketten und Barcodes dauerhaft auf Kunststoffkomponenten zu befestigen. Für Käufer von Etiketten liefern Normverweise wie „UV-beständig nach DIN 16525″ oder einschlägige FINAT-Prüfstandards einen messbaren Qualitätsnachweis für die Beständigkeit der eingesetzten Klebstoffe und Materialien.