VOID-Etikett

Ein VOID-Etikett (auch VOID-Sicherheitsetikett oder VOID-Aufkleber) ist ein spezielles Sicherheitsetikett, das beim Ablöseversuch einen vorher definierten Schriftzug – typischerweise „VOID“, „Geöffnet“ oder „Ungültig“ – oder ein Muster auf dem Etikett selbst und/oder dem Untergrund sichtbar macht. Der Begriff „VOID“ steht dabei für „ungültig“ oder „nichtig“. Dieser sogenannte VOID-Effekt zeigt Manipulationen eindeutig und dauerhaft an.

Die technische Grundlage des VOID-Effekts liegt im mehrschichtigen Aufbau des Etiketts. Als Trägermaterial kommt häufig Polyesterfolie (PET) zum Einsatz, teils metallisiert in silber-glänzender Ausführung. Entscheidend ist ein spezialisierter VOID-Klebstoff oder eine Trennschicht, die beim Ablösen so reagiert, dass sich die Etikettenstruktur aufsprengt: Ein Teil der Schicht verbleibt auf dem Untergrund und macht den Schriftzug oder das Muster sichtbar, während der abgelöste Rest des Etiketts denselben Effekt zeigt. Dieser Vorgang ist irreversibel – ein zerstörungsfreies Umkleben ist durch die vorgestanzte Konstruktion nicht möglich. Es existieren zwei grundlegende Varianten: Bei der einen verbleiben die Rückstände dauerhaft auf dem Untergrund, bei der anderen lassen sie sich nach dem Auslösen wieder entfernen. Eine weitere Bauform ist die sogenannte Checkerboard-Folie, bei der beim Ablösen ein Schachbrettmuster entsteht.

Für den Etikettendruck ist das VOID-Etikett in mehrfacher Hinsicht relevant. In der Herstellung werden VOID-Etiketten wie konventionelle Rollenetiketten produziert und können mit Flexo- oder Digitaldruck individuell gestaltet werden – inklusive kundenspezifischer Layouts, Barcodes und fortlaufender Seriennummern. Die vorgestanzte VOID-Schicht ist dabei Bestandteil des Rollenmaterials und erfordert den Einsatz geeigneter Sicherheitsfolien, die auf üblichen Druck- und Stanzanlagen verarbeitbar sind. Die fertigen Etiketten werden auf Liner gewickelt und als Rollen geliefert, sodass sie manuell oder mit gängigen Etikettiersystemen applizierbar sind. Anwendungsseitig decken VOID-Etiketten ein breites Spektrum ab: Versiegelung von Verpackungen, Gehäusen und Geräten während der Garantiezeit, Typenschilder für technische Anlagen, Inventaretiketten sowie Originalitäts- und Authentizitätsnachweise – insbesondere in der Elektronikindustrie und im pharmazeutischen Bereich. Etikettendruckereien können das Produkt als Ergänzung ihres Portfolios im Bereich Sicherheits- und Funktionaletiketten positionieren, da Kunden mit VOID-Etiketten ohne grundlegende Prozessänderungen eine nachweisbare Manipulationssicherung in bestehende Kennzeichnungssysteme integrieren können. Das EUIPO führt VOID-Etiketten in seinem Anti-Counterfeiting Technology Guide als anerkannte Technologie zur Fälschungsbekämpfung auf; spezifische Normen mit Nummer (etwa DIN oder ISO) existieren für diesen Etikettentyp nach aktuellem Stand nicht.