FTM 3 ist eine von FINAT definierte, standardisierte Prüfmethode zur Messung der Trennkraft (Release Force) bei langsamem Abzug im Haftverbund von Haftetiketten. Die offizielle Bezeichnung lautet FINAT Test Method No. 3 und beschreibt, mit welcher Kraft ein selbstklebend beschichtetes Material vom Trennpapier – oder umgekehrt das Trennpapier vom Selbstklebematerial – abgezogen werden kann. Das Ergebnis wird als Mittelwert in Centinewton pro 50 mm (cN/50 mm) angegeben.
Die Prüfung erfolgt unter genau definierten Bedingungen: Ein vorbereiteter Prüfstreifen des Haftverbunds – bestehend aus Etikettenmaterial (Facestock), Druckklebstoff und silikonisiertem Trennpapier (Liner) – wird in einem Winkel von 180° bei einer Klemmengeschwindigkeit von 300 mm/min abgezogen. Die Kraftaufzeichnung erfolgt über die gesamte Abzugsstrecke, aus der dann der Mittelwert berechnet wird. Diese Abzugsgeschwindigkeit von 300 mm/min definiert den „langsamen Abzug“ und unterscheidet FTM 3 von der ergänzenden Methode FTM 4, die höhere Abzugsgeschwindigkeiten prüft. Die Prüfung wird unter definierten Klimabedingungen durchgeführt und setzt geeignete Schäl- bzw. Zugprüfmaschinen voraus, die auf FINAT-Prüfnormen ausgelegt sind. FTM 3 ist seit 2001 als Branchenstandard dokumentiert und wird unter anderem im Rahmen akkreditierter Prüfungen angewendet, wie Akkreditierungsurkunden der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) belegen.
Für den Etikettendruck und die Etikettenverarbeitung ist FTM 3 aus mehreren Gründen von direkter Bedeutung. Der gemessene Kennwert beschreibt, wie leicht sich Etiketten von der Rolle bzw. vom Liner abziehen lassen – eine Eigenschaft, die unmittelbar die Verarbeitung auf automatisierten Etikettiermaschinen beeinflusst. Ist die Trennkraft zu hoch, kann es beim maschinellen Etikettieren zu erhöhtem Kraftbedarf, Störungen oder sogar zur Beschädigung des Etikettenmaterials oder Liners kommen. Ist sie zu niedrig, besteht das Risiko eines unbeabsichtigten Ablösens der Etiketten vom Liner. FTM 3 wird daher als Qualitätssicherungs- und Freigabetest eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Silikonisierung des Liners und das Zusammenspiel von Klebstoff und Trennmaterial den Spezifikationen entsprechen. Hersteller selbstklebender Etikettenmaterialien nutzen den FTM-3-Wert als standardisierten, vergleichbaren Kennwert innerhalb ihrer Produktspezifikationen. Prüfinstitute wie die Fogra integrieren FTM 3 in standardisierte Prüfprogramme für Haftetiketten. Für Einkäufer und Anwender von Etiketten – etwa in der Industrie oder Logistik – bietet der FTM-3-Wert eine verlässliche Grundlage zur Beurteilung, ob ein Etikettenprodukt die Anforderungen ihrer Etikettieranlage und ihres Verarbeitungsprozesses erfüllt.