Silikonisierung bezeichnet im Etikettendruck die Beschichtung eines Trägermaterials – typischerweise eines Papiers oder einer Folie – mit einer dünnen Silikonschicht, die eine glatte, klebstoffabweisende Oberfläche mit niedriger Haftung erzeugt. Das so behandelte Material dient als Trennschicht zwischen dem Klebstoff eines Haftetiketts und dem Liner, also dem Schutzträger, der das Etikett bis zur Verwendung schützt. Das Ergebnis ist ein silikonisiertes Trägermaterial, das auch als Silikonpapier oder Silikonliner bezeichnet wird.
In der Praxis wird die Silikonbeschichtung auf ein Basispapier oder eine Basisfolie aufgetragen, um eine kontrollierte Trenneigenschaft zu erzielen. Ein bekanntes Verfahren ist die Beschichtung mit selbstablösendem Silikon, wobei Ausflussraten von bis zu 3 Litern pro Minute technisch realisierbar sind. Für die Härtung der Silikonschicht wird unter anderem eine UV-basierte Technologie eingesetzt, bei der eine Stickstoffatmosphäre in der Reaktionskammer für sogenannte inerte Bedingungen sorgt. Dabei wird Sauerstoff aus der Kammer verdrängt, was die Vernetzung von UV-reaktiven Silikonen verbessert und zu geringerer Klebrigkeit sowie besseren Oberflächeneigenschaften des fertigen Liners führt. Silikonbeschichtungen finden darüber hinaus Anwendung bei funktionellen Verpackungen, bei denen bestimmte Bereiche eines Etiketts gezielt ablösbar gestaltet werden sollen.
Für den Etikettendruck ist die Silikonisierung ein zentraler Prozessbestandteil, weil nahezu jedes Selbstklebeetikett auf einem silikonisierten Liner produziert wird. Ohne diese Trennschicht würde der Klebstoff dauerhaft am Trägermaterial haften und ein kontrolliertes Abziehen wäre nicht möglich. Im Produktionsprozess durchläuft das Laminat aus Liner, Klebstoff und Etikettenface-Material typische Stationen wie Abrollung, Bedruckung, Veredelung, Stanzung und Aufwicklung. Die Qualität der Silikonisierung entscheidet dabei maßgeblich darüber, mit welcher Trennkraft sich ein Etikett vom Liner lösen lässt – ein kritischer Parameter sowohl bei der manuellen Verarbeitung als auch bei automatisierten Spendeprozessen. Hersteller müssen sicherstellen, dass der Liner die Klebschicht bis zur Verarbeitung schützt und das Etikett anschließend zuverlässig freigibt. Für Käufer und Anwender bedeutet eine sauber silikonisierte Trägerbahn vor allem stabile Verarbeitbarkeit und reproduzierbare Abzieheigenschaften. Zu beachten ist, dass silikonisierte Oberflächen grundsätzlich eine Haftungsproblematik aufweisen – wer Etiketten auf Silikon-beschichtete Untergründe applizieren möchte, benötigt hierfür speziell entwickelte Etikettenmaterialien und Klebstoffe.