Kaltfixierung

Kaltfixierung bezeichnet im elektrofotografischen und elektrographischen Etikettendruck einen Fixierprozess, bei dem der Toner ohne Wärmeeinwirkung auf dem Bedruckstoff fixiert wird. Sie steht damit im direkten Gegensatz zur thermischen Fixierung, bei der eine beheizte Walze – der sogenannte Fuser – den Toner durch Hitze dauerhaft mit dem Substrat verbindet.

Die Fixierung erfolgt beim Kaltverfahren auf zwei alternativen Wegen: entweder berührungslos über eine Blitzlichtlampe, die Lichtenergie in den Toner einbringt, oder mechanisch durch Druck, wie es etwa beim Ionenverfahren der Fall ist. In beiden Fällen wird auf den Einsatz hoher Temperaturen vollständig verzichtet. Das elektrostatisch auf das Substrat übertragene Tonerbild wird so ohne thermische Belastung des Materials dauerhaft fixiert.

Für den Etikettendruck ist diese Eigenschaft aus mehreren Gründen relevant. Etiketten bestehen typischerweise aus einem Obermaterial – Papier oder Folie –, einer Klebstoffschicht und einem Trägermaterial. Alle drei Schichten reagieren unterschiedlich auf Wärme. Hohe Fixiertemperaturen, wie sie bei konventionellen elektrofotografischen Laserdrucksystemen auftreten, können Folienmaterialien verformen, Spezialpapiere beschädigen und den Klebstoff in seiner Funktion beeinträchtigen. Aus diesem Grund wird bei der Bedruckung von Etikettenbögen mit herkömmlichen Laserdruckern ausdrücklich davon abgeraten, denselben Bogen mehrfach durch das Gerät zu führen.

Kaltfixierende Systeme schaffen hier ein erweitertes Prozessfenster: Da der Fixiervorgang ohne Hitze auskommt, eignen sie sich für temperaturempfindliche Substrate, bei denen der Einsatz eines thermischen Fusers problematisch wäre. Etikettenhersteller, die elektrofotografische Digitaldrucksysteme mit Kaltfixierung einsetzen, können so das Risiko thermisch bedingter Materialschäden im Druckprozess reduzieren. Auch für Anwender, die vorgefertigte Etikettenbögen im eigenen Betrieb mit Digitaldruckern weiter bedrucken, ist das Fixierverfahren des Ausgangsmaterials und des verwendeten Druckers ein relevanter Faktor: Materialien und Systeme, die auf Kaltfixierung ausgelegt sind, vermeiden die Hitzekumulation, die bei mehrfacher Bedruckung zu Substratschäden führen kann.

Spezifische Normen oder Richtlinien, die den Begriff Kaltfixierung im Etikettendruck ausdrücklich regeln, sind in der einschlägigen Fachliteratur nicht belegt. Der Begriff ist technisch definiert und in der Praxis etabliert, wird aber bislang ohne Bezug auf eine übergeordnete Norm verwendet.