Strukturklebstoffe (Structural Adhesives)

Strukturklebstoffe – auch unter dem englischen Begriff „Structural Adhesives“ bekannt – sind in der Klebtechnik hochfeste, konstruktiv tragende Klebstoffe, die dazu ausgelegt sind, dauerhaft Lasten zwischen zwei Fügeteilen zu übertragen. Sie gehören damit zu einer Klasse von Industrie- und Konstruktionsklebstoffen, die für mechanisch beanspruchte Verbindungen konzipiert sind, und sind klar von denjenigen Klebstoffen abzugrenzen, die im Etikettendruck tatsächlich zum Einsatz kommen.

Im Etikettendruck ist „Strukturklebstoff“ kein üblicher Fachbegriff. Die dort eingesetzten Klebstoffe werden als Haftklebstoffe oder im englischsprachigen Fachgebrauch als Pressure Sensitive Adhesives (PSA) bezeichnet. Das entscheidende Merkmal dieser Haftklebstoffe ist, dass sie allein durch Anpressdruck auf dem jeweiligen Substrat haften – ohne Hitze, Lösungsmittel oder zusätzliche Aktivierung. Ein selbstklebendes Etikett besteht dabei stets aus drei Schichten: dem Obermaterial, der Klebstoffschicht und einem Trägermaterial, das bis zur Verwendung als Schutz dient. Gängige Klebstoffbasen sind Acryl, Kautschuk sowie verschiedene Spezialklebstoffe, die je nach Anwendungsfall unterschiedliche Eigenschaften mitbringen.

Für die Auswahl, Herstellung und Verarbeitung von Etiketten ist das Verständnis dieser begrifflichen Unterscheidung aus mehreren Gründen relevant. Hersteller müssen den Klebstoff exakt auf den Untergrund und die Anwendungsbedingungen abstimmen, weil unterschiedliche Klebstoffe grundlegend verschiedene Haft- und Entfernbarkeitsprofile aufweisen. Die Bandbreite reicht von permanent haftenden über ablösbare bis hin zu tiefkühltauglichen Klebstoffen sowie Sonderklebstoffen für besonders anspruchsvolle Untergründe. Käufer von Etiketten profitieren davon, dass für nahezu jeden Einsatzzweck eine passende Klebstoffvariante verfügbar ist. Besonders in der industriellen Kennzeichnung spielen Beständigkeit gegen Chemikalien, extreme Temperaturen, Abrieb und Sterilisation eine zentrale Rolle. Für gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnungen – etwa nach der CLP-Verordnung für Chemikalien – kommen weitere Anforderungen hinzu: Das Etikett muss lesbar, unverwischbar und fest angebracht sein, was direkte Auswirkungen auf die Wahl des Klebstoffs hat. Allgemeine Anforderungen an bestimmte Haftklebstoffe für Etiketten sind zudem in DIN-Normen festgelegt.

Wer im Kontext des Etikettendrucks auf den Begriff „Strukturklebstoff“ stößt, sollte ihn daher einordnen können: Er stammt aus dem Bereich der Konstruktionsklebtechnik und bezeichnet keine Etikettenklebstoffklasse. Der korrekte Fachbegriff für die im Etikettendruck relevanten Klebstoffe lautet Haftklebstoff beziehungsweise Pressure Sensitive Adhesive.