Ein Antistatikum ist im Kontext des Etikettendrucks ein Zusatz- oder Beschichtungsstoff, der die Oberflächenleitfähigkeit von Etikettenmaterialien gezielt erhöht, sodass sich elektrostatische Aufladungen vermindern oder rasch ableiten lassen. Technisch wird dabei der Oberflächenwiderstand in einen definierten, leicht leitfähigen Bereich abgesenkt, typischerweise auf Werte zwischen 10⁷ und 10⁹ Ω, gemessen nach DIN EN 61340‑5‑1. Bei sachgemäßer Anwendung bleiben Aufladungswerte unter 0,5 kV, was den Aufbau hoher elektrostatischer Potentiale wirksam verhindert.
In der Praxis wird ein Antistatikum als Beschichtung oder funktionaler Lack auf Etikettenbahnen aus Papier, Kunststofffolien wie PP, BOPP, PET oder PE sowie auf textilen Trägermaterialien aufgebracht. Das geschieht in Bahnbeschichtungs- und Kaschieranlagen, häufig integriert in die Veredelungsstationen von Rollenetikettendruckmaschinen. Bestimmte Antistatika basieren auf pflanzlichen Fettsäuren, sind physiologisch unbedenklich und biologisch abbaubar. Die antistatischen Eigenschaften bleiben bei sachgemäßer Anwendung über mehr als zwei Jahre erhalten.
Für den Etikettendruck ist die antistatische Ausrüstung aus zwei verschiedenen Blickwinkeln relevant. Aus Sicht der Hersteller und Converter stabilisiert sie den gesamten Produktionsprozess: Etikettenbahnen, die sich beim Abrollen, Stanzen, Aufwickeln oder Spenden elektrostatisch aufladen, ziehen Staub an, haften aneinander oder verursachen Bahnläufer und Maschinenstillstände. Antistatisch ausgerüstete Materialien reduzieren diese Störungen erheblich und tragen damit zu einem gleichmäßigeren Druckbild und weniger Ausschuss bei. Aus Sicht der Anwender, etwa in der Elektronikfertigung, ist die antistatische Ausrüstung eine funktionale Anforderung: In ESD-Schutzzonen müssen Etiketten nachweislich definierte elektrische Eigenschaften aufweisen, damit sie keine elektrostatischen Entladungen an empfindlichen Bauteilen auslösen. Der Nachweis dieser Eigenschaften erfolgt nach DIN EN 61340‑5‑1, die Anforderungen an Oberflächenwiderstand und Aufladungsverhalten in solchen Umgebungen festlegt. Bei der Materialauswahl für Etiketten in der Elektronik- oder Halbleiterindustrie ist die Übereinstimmung mit dieser Norm daher ein konkretes Auswahlkriterium. Etikettenhersteller ordnen die antistatische Ausrüstung üblicherweise der Kategorie funktionaler Schutz- und Veredelungsbeschichtungen zu, auch wenn der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch seltener explizit genannt wird als optische Veredelungen wie Lackierung oder Laminierung.