Ein DTF-Transfer (Direct to Film) ist ein digital erzeugtes Transfermotiv, das per Tintenstrahldruck auf eine spezielle PET-Transferfolie gedruckt, mit einem thermoplastischen Schmelzkleber-Pulver beschichtet und anschließend durch Hitze und Druck auf ein Substrat übertragen wird. Der Begriff bezeichnet dabei präzise das fertige Transfermedium – also die bedruckte und mit Kleber versehene Folie – und nicht den Druckvorgang selbst.
Der Herstellungsprozess läuft in klar definierten Schritten ab: Zunächst wird das Motiv seitenverkehrt im CMYK-Farbraum mit zusätzlicher Weißtinte auf die Trägerfolie gedruckt, wobei die Farbschicht und die weiße Deckschicht in festgelegter Reihenfolge aufgebaut werden. Auf die noch frische Tinte wird thermoplastisches Hotmelt-Pulver aufgestreut; überschüssiges Pulver wird entfernt. Anschließend wird der Auftrag in einem Trockenofen oder Tunneltrockner bei etwa 160 bis 170 °C für ein bis zwei Minuten erhitzt, bis das Pulver mit der Tinte verschmilzt und eine stabile Klebeschicht bildet. Der eigentliche Transfer auf das Zielmaterial erfolgt danach in einer Heißpresse bei typischerweise 140 bis 150 °C für 15 bis 20 Sekunden; nach dem Abkühlen wird die Trägerfolie abgezogen, und das Motiv verbleibt als dünne, flexible Beschichtung auf dem Untergrund. Fertige Transfers können als Bögen oder Laufmeterware vorproduziert, gelagert und erst bei Bedarf verpresst werden.
Für den Etikettendruck ist das Verfahren in erster Linie als aufbügelbare Kennzeichnung auf Textilien relevant – also für Logos, Markenlabels, Größenangaben und individuelle Motive auf Arbeitskleidung, Sportswear, Fashion und Merchandise. DTF-Transfers funktionieren auf Baumwolle, Polyester, Mischgewebe, Nylon und zahlreichen weiteren Materialien, was eine breite Substratflexibilität ohne verfahrensspezifische Vorbehandlung des Textils ermöglicht. Da kein Sieb benötigt wird, ist das Verfahren besonders wirtschaftlich für kleine Auflagen, viele Motivvarianten und Personalisierungen – Anforderungen, die im Etikettensegment häufig auftreten. Gegenüber Flexfolie entfällt das Entgittern, gegenüber DTG (Direct to Garment) in vielen Fällen die Textilvorbehandlung. Anbieter beschreiben die Transfers als wasch- und abriebbeständig, was für dauerhaft lesbare Kennzeichnungen im Textilbereich entscheidend ist.
Fachleute müssen dabei eine wesentliche technische Einschränkung beachten: DTF arbeitet ausschließlich im CMYK-Farbraum. Sonderfarben wie Pantone oder HKS sowie Metallic-Töne lassen sich mit Standardsystemen nicht farbverbindlich reproduzieren, was bei Corporate-Design-Vorgaben zu Abweichungen führen kann. Darüber hinaus erfordert das Verfahren präzise Prozessparameter bei Temperatur, Zeit und Druck, um Haftung und Haltbarkeit der Kennzeichnung zuverlässig sicherzustellen.