Der Begriff „Lackgrammatur“ ist im Etikettendruck kein normierter Fachbegriff mit einer einheitlich definierten technischen Bedeutung. In der Fachliteratur und Praxis wird stattdessen von Lackierung, Schutzlack, UV-Lack oder Dispersionslack gesprochen, wenn es um das Beschichten von Etikettenoberflächen geht. „Lackgrammatur“ lässt sich am ehesten als informeller oder regionaler Ausdruck verstehen, der sich auf den Lackauftrag, die Schichtdicke oder das Flächengewicht einer aufgetragenen Lackschicht beziehen könnte – eine gesicherte fachliche Definition existiert auf Basis verfügbarer Quellen jedoch nicht.
Im Etikettendruck bezeichnet eine Lackierung das Aufbringen eines farblosen Lacks auf eine bedruckte oder unbedruckte Etikettenoberfläche. Dieser Vorgang dient entweder dem Schutz der Oberfläche oder ihrer optischen Veredelung. Unterschieden wird zwischen pauschalen Lackierungen, bei denen die gesamte Etikettenfläche gleichmäßig beschichtet wird, und selektiven Lackierungen, bei denen nur bestimmte Bereiche des Etiketts einen Lackauftrag erhalten. Als Lackmaterialien kommen im Etikettendruck vor allem UV-Lack und Dispersionslack zum Einsatz. UV-Lack wird durch Ultraviolettlicht ausgehärtet und erzeugt in der Regel eine besonders harte, abriebfeste Oberfläche. Dispersionslack trocknet durch Verdunstung des Lösungsmittels und eignet sich für verschiedene Trägermaterialien.
Für den Etikettendruck ist der Einsatz von Lackierungen aus mehreren Gründen relevant. Erstens schützt eine Lackschicht den Aufdruck vor mechanischen Einflüssen wie Abrieb, der beim Transport, bei der Lagerung oder bei der Handhabung der Endprodukte auftreten kann. Zweitens bieten Lackierungen Schutz vor Witterungseinflüssen, was besonders bei Außenanwendungen oder im Bereich Lebensmittel- und Getränkeetiketten bedeutsam ist. Drittens beeinflussen sie die optische Wirkung des Etiketts erheblich: Glanzlacke steigern die Leuchtkraft von Farben und erzeugen eine hochwertig wirkende Oberfläche, während Mattlacke ein dezentes, modernes Erscheinungsbild erzeugen. Diese gestalterischen Möglichkeiten machen Lackierungen zu einem festen Bestandteil des Veredelungsprozesses im Etikettendruck, neben verwandten Verfahren wie Kaschierung, Laminieren, Folienkaschierung und Prägung.
Wer Etiketten beschafft oder produziert, sollte beim Begriff „Lackgrammatur“ nachfragen, was genau gemeint ist – ob es um die Art des Lacks, die Auftragsmenge oder die erzielte Schichtdicke geht. Eine klare Kommunikation über die verwendeten Lacksysteme und deren Auftragsmethode ist entscheidend, um das gewünschte Schutzniveau und die angestrebte Oberflächenwirkung zuverlässig zu erreichen.