Channelcode ist ein Oberbegriff für gestapelte, mehrreihige Strichcodes, die den begrenzten Platz einer einzelnen Zeile durch übereinander angeordnete Zeilen – sogenannte Kanäle – erweitern. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Klasse zählen **CODABLOCK F** und **Code 16K**, die beide auf etablierten Strichcode-Symbologien aufbauen und deutlich mehr Daten auf kleiner Fläche speichern als klassische 1D-Codes.
CODABLOCK F wurde in Deutschland von Heinrich Oehlmann entwickelt und besteht aus mehreren Zeilen des Typs Code 128, die zu einem Block gestapelt werden. Die Struktur erlaubt 2 bis 44 Zeilen mit jeweils 4 bis 62 Zeichen – maximal 2.725 Zeichen insgesamt. Jede Zeile enthält einen eigenen Zeilenindikator sowie Prüfzeichen, zusätzlich verfügt der Gesamtblock über eigene Prüfsummen. Kleine Beschädigungen einzelner Zeilen können dank zeileninterner Fehlerkorrektur rekonstruiert werden. Code 16K wurde 1988 von Ted Williams entwickelt, baut strukturell auf UPC und Code 128 auf und umfasst 2 bis 16 Zeilen. Auf einer Fläche von 2,4 cm² lassen sich damit 77 ASCII-Zeichen oder 154 Ziffern codieren. Zur Fehlererkennung nutzt er Paritätsprüfung je Zeichen, eine spezifische Start-/Stoppdarstellung zur Zeilenerkennung sowie zwei abschließende Prüfsummenzeichen. Er existiert in drei Versionen (A, B, C) und lässt sich mit herkömmlichen Lesegeräten identifizieren, sofern ein erweiterter Decoder eingesetzt wird.
Für den Etikettendruck sind diese Channelcodes dann relevant, wenn die Etikettenbreite begrenzt ist, aber trotzdem umfangreiche Daten – etwa komplexe Serien- oder Chargennummern, Produktionsdaten oder vollständige Traceability-Informationen – maschinenlesbar aufgedruckt werden müssen. CODABLOCK F wird typischerweise in Logistik, Produktion und Lagerverwaltung eingesetzt, Code 16K findet sich unter anderem in der Elektronikindustrie zur Kennzeichnung von Chips und Leiterplatten sowie in medizinischen Anwendungen. Beide Codes können auf denselben Etikettenmaterialien verarbeitet werden wie andere Barcodes – Papier, Kunststofffolie, Haftetiketten – und lassen sich mit allen gängigen industriellen Drucktechnologien erzeugen, insbesondere Thermodirekt- und Thermotransferdruckern. Entscheidend ist eine ausreichend hohe Druckauflösung, da die Mehrzeiligkeit und Datendichte präzise Strichkanten voraussetzen. Beim Lesen muss stets der gesamte Codeblock erfasst werden; die eingesetzten Scanner müssen gestapelte 2D-Symbologien unterstützen. Da CODABLOCK F auf Code 128 basiert, ist die Symbologienorm ISO/IEC 15417 technisch als Grundlagenreferenz relevant, auch wenn die gestapelte Form selbst separat spezifiziert wird.