Ein 1D-Barcode (eindimensionaler oder linearer Barcode) ist ein maschinenlesbarer Code aus parallelen Balken und Zwischenräumen unterschiedlicher Breite, der Informationen ausschließlich entlang einer einzigen Achse codiert. Er speichert überwiegend numerische oder alphanumerische Daten wie Artikelnummern, Seriennummern oder Chargenkennzeichnungen und gehört zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Identifikationsmitteln.
Die Datenkodierung erfolgt durch das Verhältnis von Balkenbreiten und Lückenbreiten gemäß einer definierten Symbologie. Jede Symbologie – etwa EAN, UPC, Code 128 oder Code 39 – legt dabei Zeichensatz, Strichstruktur, Prüfziffern und zulässige Abmessungen fest und ist durch eigene ISO/IEC-Normen standardisiert; EAN und UPC beispielsweise durch ISO/IEC 15420. Zum Aufbau eines 1D-Barcodes gehört zwingend eine sogenannte Ruhezone, ein freier Bereich vor und nach dem eigentlichen Codemuster, der dem Scanner eine sichere Erkennung der Grenzen ermöglicht. Barcodescanner werten den Code aus, indem sie das von Balken und Lücken unterschiedlich stark reflektierte Licht messen und in digitale Daten übersetzen.
Im Etikettendruck ist der 1D-Barcode allgegenwärtig: Produkt-, Versand-, Lager- und Inventaretiketten tragen ihn ebenso wie Typenschilder und Palettenlabels. Für den Etikettenhersteller bedeutet das konkret, dass X-Dimension (die schmalste Strichbreite), Ruhezone, Strichschärfe und Druckkontrast exakt den jeweiligen Symbologie-Normen entsprechen müssen, da bereits geringe Abweichungen die Lesbarkeit und Scangeschwindigkeit messbar beeinträchtigen. Zur Qualitätssicherung sind Verifikationssysteme oder Lesetests üblich, um die Normkonformität zu dokumentieren.
Die Wahl des Druckverfahrens und des Trägermaterials hängt dabei direkt vom Einsatzgebiet ab. Thermotransferdrucke gelten für langlebige, industriell beanspruchte Etiketten als Standard, da sie hohe Beständigkeit gegen Temperatur, Abrieb und Chemikalien bieten. Für kurzlebige Anwendungen wie Versand- oder Kassenbons kommt häufig Direktthermодruck zum Einsatz. Grundsätzlich lassen sich 1D-Barcodes mit allen gängigen Drucktechnologien erzeugen – Laser, Inkjet oder Offset eingeschlossen – sofern die geforderte Strichqualität eingehalten wird. Als Trägermaterialien kommen je nach Anforderung Papier, Kunststofffolien oder Spezialmaterialien in Frage.
Für Etikettenanwender ist die Wahl der richtigen Symbologie entscheidend: EAN und UPC sind für den Handel und die Produktidentifikation an der Kasse vorgesehen, während Code 128 oder Code 39 häufig für interne Logistik- und Lagerkennzeichnungen genutzt werden. Standardkonforme 1D-Barcodes sind direkt kompatibel mit Auto-ID-Systemen, ERP- und Warenwirtschaftssystemen und ermöglichen so automatisierte Erfassungsprozesse, die manuellen Aufwand und Fehlerquoten senken. Damit die Lesbarkeit auch unter realen Bedingungen – Transport, Lagerung, industrielle Umgebungen – erhalten bleibt, müssen Etikettenmaterial und Druckverfahren von Anfang an aufeinander und auf den Verwendungszweck abgestimmt sein.