Abheftlochung

Abheftlochung bezeichnet das Einbringen standardisierter Lochungen in Etiketten- oder Trägerbahnen, damit diese in gängigen Büro- und Ablagesystemen wie Ordnern oder Mappen mechanisch abgeheftet werden können. Technisch handelt es sich um eine definierte Papierstanzung mit mehreren runden Löchern entlang einer Kante, die zur Gruppe der Form- und Konturstanzungen zählt.

Abheftlochungen werden in den Ausführungen 2-fach, 4-fach, 6-fach oder 8-fach ausgeführt, wobei die Abstände der Löcher an gängige Bürolochbilder angelehnt sind – die 2-fach-Lochung für A4-Formate orientiert sich dabei an ISO 838. Die Lochungen entstehen durch Rotations- oder Flachbettstanzen, entweder inline während des Druckprozesses oder in einem nachgelagerten Verarbeitungsschritt. Dieser Prozess wird häufig mit weiteren Verarbeitungsoperationen wie Rillen, Microperforation und der eigentlichen Konturstanzung der Etiketten kombiniert. In Maschinenspezifikationen für Rollendruckmaschinen im Etiketten- und Verpackungsdrucksegment werden entsprechende Stanzaggregate mit definierten Lochbildabständen ausgewiesen, was zeigt, dass die Abheftlochung als integrierbarer Produktionsschritt fest etabliert ist.

Im Etikettendruck kommt die Abheftlochung vor allem bei Trägerbandsätzen und Formular-Etiketten-Kombinationen zum Einsatz. Dabei sitzen Etiketten auf einem Trägerbogen, der seitlich oder kopfseitig gelocht ist, sodass der gesamte Bogen in Aktenordnern oder Vorgangsmappen abgelegt werden kann. In Kombination mit Microperforation erleichtert die Abheftlochung die Handhabung im Ablauf alltäglicher Geschäftsvorfälle erheblich. Gelocht wird üblicherweise der Träger- oder Formularbogen, der aus Papier oder Karton besteht, während der eigentliche Etikettenaufbau aus Obermaterial, Klebstoffschicht und Linermaterial unberührt bleibt.

Für Etikettenhersteller bedeutet die Abheftlochung einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt: Es ist ein weiteres Stanzwerkzeug oder eine zusätzliche Stanzstation erforderlich, was Produktionsplanung und Rüstzeiten beeinflusst. Die exakte Positionierung der Lochungen muss sorgfältig mit dem Etikettenlayout und der Bemaßung in Laufrichtung abgestimmt werden, um ausreichende Ränder zu gewährleisten und weder Funktion noch Lesbarkeit der Etiketten zu beeinträchtigen. Für Käufer und Anwender liegt der Vorteil in der direkten Integrationsfähigkeit in vorhandene Ordnersysteme: Etikettenbögen oder Formularsätze bleiben physisch am zugehörigen Vorgang, etwa einem Fertigungsauftrag oder einer Lieferdokumentation, was die Rückverfolgbarkeit und organisatorische Zuordnung in industriellen Kennzeichnungsprozessen konkret verbessert. Die Wahl zwischen 2-fach und 4-fach Lochung richtet sich dabei nach den jeweils verwendeten Heftmechaniken.