Konturstanzung bezeichnet im Etikettendruck das Ausstanzen eines Etiketts entlang einer vorgegebenen Außenform, die sogenannte Stanzkontur. Diese Stanzkontur legt das endgültige Außenformat des Etiketts fest und ermöglicht es, Etiketten nicht nur in rechteckiger Standardform, sondern in beliebigen Formen herzustellen – darunter Kreise, Ellipsen, geschwungene Konturen oder vollständig freie Sonderformen.
In der Produktion wird die Stanzkontur bereits in den Druckdaten angelegt. Sie wird dort als Sonderfarbe eingerichtet, mit der Bezeichnung „Stanze“ benannt und auf Überdrucken gestellt, damit sie im späteren Druck nicht als sichtbare Farbe erscheint, sondern ausschließlich als Produktionsinformation für die Weiterverarbeitung dient. Damit die Stanzung sauber an der Kante des Etiketts endet und kein unbedruckter Rand entsteht, ist ein umlaufender Beschnitt erforderlich – in der Praxis werden hierfür Werte von 2,5 mm bis 3 mm angegeben. Für den eigentlichen Stanzvorgang kommen Stanzwerkzeuge zum Einsatz, darunter in der Druckweiterverarbeitung auch Flachbettstanzformen, mit denen die Druckbögen entlang der vordefinierten Kontur getrennt werden.
Für den Etikettendruck ist die Konturstanzung aus mehreren Gründen von praktischer Bedeutung. Erstens erlaubt sie die Anpassung der Etikettenform an das jeweilige Produktdesign, eine Logoform oder die Kontur eines Behälters. Ein Etikett, das exakt der Form eines Produkts folgt, erzielt eine passgenaue Applikation, die mit einem standardmäßigen Rechtecketikett nicht erreichbar wäre. Die Passform kann dabei durch Probedrucke kontrolliert werden. Zweitens stellt die Konturstanzung spezifische Anforderungen an die Datenanlage: Eine korrekt angelegte Stanzkontur, ausreichender Beschnitt und die technisch richtige Einrichtung der Stanzfarbe sind Voraussetzungen für eine fehlerfreie Produktion. Fehler in der Druckdatenvorbereitung können dazu führen, dass die Stanzung nicht exakt auf die bedruckte Fläche trifft. Für Einkäufer und Auftraggeber von Etiketten bedeutet das konkret, dass bei der Beauftragung von Konturstanzungen druckfähige Daten mit korrekt eingebetteter Stanzkontur geliefert werden müssen – die Anforderungen daran unterscheiden sich von denen einfacher Rechtecketiketten. Für Etikettenhersteller ermöglicht das Verfahren die Fertigung individuell geformter Etiketten für eine Vielzahl von Anwendungsfällen, bei denen Form und Passgenauigkeit gestalterisch oder funktional eine Rolle spielen.