Acrylklebstoff bezeichnet einen Haftklebstoff auf Basis polymerisierter Acrylesetermonomere, der als Klebstoffschicht in selbstklebenden Etiketten eingesetzt wird. Acryl ist dabei ein Sammelbegriff für verschiedene chemisch verwandte Substanzen; der fertige Klebstoff ist ein Gemisch aus Acrylpolymeren, Stabilisatoren und weiteren Additiven. Er zeichnet sich durch hohe Alterungs-, Temperatur- und UV-Beständigkeit sowie eine weitgehende Unempfindlichkeit gegenüber Oxidation aus.
Technisch wird Acrylklebstoff entweder als wässrige Dispersion oder in einem Lösemittelsystem verarbeitet. Bei der Herstellung selbstklebender Etikettenlaminat wird der Klebstoff auf die Rückseite des Obermaterials – Papier oder Folie – aufgebracht und anschließend mit einem Trägermaterial (Liner) zusammengeführt. Das so entstandene Laminat wird auf passende Bahnbreiten konfektioniert und läuft in der Druckmaschine durch die Stationen Druck, Veredelung, Stanzen und Aufwicklung. Ein charakteristisches Merkmal von Acrylklebstoffen ist ihr Haftverlauf: Die volle Klebkraft entwickelt sich erst nach einer Reifezeit von mindestens 24 Stunden. Für die Qualitätsprüfung bedeutet das, dass Testetiketten mindestens 24 Stunden auf dem Untergrund verbleiben sollten, bevor die Haftung abschließend bewertet wird. Im abgehärteten Zustand zeigt der Klebstoff eine harte, feste Struktur; beim Abziehen entstehen keine Fäden zwischen Etikett und Untergrund, was ihn von Kautschukklebern unterscheidet.
Für den Etikettendruck ist die Wahl der Klebstoffbasis eine zentrale Entscheidung, die Hersteller und Anwender gleichermaßen betrifft. Acrylklebstoffe eignen sich aufgrund ihrer festen Struktur besonders gut für glatte Oberflächen wie glatte Verpackungen oder Behälter; auf rauen Untergründen sind sie weniger anpassungsfähig als zähfließende Kautschukkleber. Ihre ausgeprägte Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung, Oxidation und Temperaturschwankungen macht sie zur bevorzugten Wahl für dauerhafte Produkt- oder Industriekennzeichnung, bei der langfristige Lesbarkeit gefordert ist. Zudem sind Acrylklebstoffe in der Regel sehr transparent, was optisch anspruchsvolle Etiketten begünstigt. Sowohl permanent haftende als auch ablösbare Ausführungen sind auf Acrylbasis formulierbar; die jeweilige Eigenschaft ergibt sich aus der spezifischen Rezeptur. Im Vergleich zu Kautschukklebern zeigen Acrylate eine geringere Anfangshaftung, erzielen aber nach der Reifezeit eine hohe Endhaftung und überlegene Alterungsbeständigkeit. Anwender, die Etiketten bestellen, sollten daher Untergrundart, Haftanforderung sowie die zu erwartenden Umweltbedingungen – insbesondere UV-Einwirkung und Temperaturen – in ihre Klebstoffauswahl einbeziehen, um die passende Formulierung zu spezifizieren.