Alterungsbeständigkeit

Alterungsbeständigkeit bezeichnet die Fähigkeit von Druckbild, Trägermaterial und Klebstoff, ihre Funktion, Lesbarkeit und Materialeigenschaften über längere Zeit unter definierten Lager- oder Einsatzbedingungen beizubehalten. Im Etikettendruck und in der industriellen Kennzeichnung ist damit gemeint, dass ein Etikett als Gesamtsystem – bestehend aus Substrat, Druckfarbe und Klebstoff – über die geforderte Nutzungsdauer hinweg weder optisch noch mechanisch so stark nachlässt, dass seine Funktion beeinträchtigt wird.

Da reale Langzeitlagerung für Prüfzwecke zu zeitaufwendig wäre, werden in der Praxis künstliche Alterungsverfahren eingesetzt. Dabei werden Etikettenmaterialien und Drucke definierten Belastungen ausgesetzt, darunter erhöhte Temperatur, UV-Licht und chemische Einflüsse. Anhand messbarer Kriterien wie optischer Dichte, CIELAB-Farbmaßen, Lichtechtheit, Wasserbeständigkeit, Scheuerfestigkeit, Hitzebeständigkeit, Zugdehnung und Falzwiderstand wird beurteilt, ob das Material den Anforderungen standhält. Für Drucke ist dabei die Norm ISO 11798 maßgeblich, die dauerhafte Lesbarkeit als zentrales Kriterium definiert. Für das Trägermaterial Papier sind DIN EN ISO 9706 und DIN 6738 relevant: Erstere stellt Anforderungen an pH-Wert, Alkalireserve und Ligningehalt unbedruckter Papiere, letztere ordnet Papiere anhand künstlicher Alterung in Lebensdauerklassen ein, wobei die höchste Klasse LDK 24-85 als alterungsbeständig gilt. Im Bereich Seewasserbeständigkeit von Etiketten ist zudem BS 5609 als Norm zu nennen. Ergänzend werden in Prüfverfahren nach ISO 11798 auch ISO 4892-2, ISO 1924-2 und ISO 5626 herangezogen. Klebkraftprüfungen erfolgen ebenfalls nach definierten Normverfahren mit festgelegten Prüfkörpern und Applikationsbedingungen.

Für den Etikettendruck hat Alterungsbeständigkeit unmittelbare praktische Konsequenzen auf beiden Seiten des Marktes. Hersteller müssen Material, Druck und Klebstoff so aufeinander abstimmen und prüfen, dass die Kennzeichnung über die gesamte geforderte Nutzungsdauer hinweg lesbar und funktionsfähig bleibt. Käufer und Anwender müssen die Etikettenwahl am konkreten Einsatzzweck ausrichten: Überall dort, wo langfristige Lesbarkeit, Archivfähigkeit oder Beständigkeit unter Umweltbelastung vorgeschrieben oder notwendig ist, sind normkonforme Materialien keine optionale Qualitätsstufe, sondern eine Grundvoraussetzung. Umgekehrt können nicht geeignete Materialien zu Verblassen, mechanischem Versagen des Trägers oder unzureichender Klebkraft führen, was in kennzeichnungspflichtigen Anwendungen rechtliche und sicherheitsrelevante Folgen haben kann. Normkonforme Materialien liefern damit zugleich den dokumentierten Nachweis, dass ein Etikett für den jeweiligen Anwendungsfall geeignet ist.