AIDC (Automatic Identification and Data Capture)

AIDC (Automatic Identification and Data Capture) ist der Oberbegriff für Technologien, die Daten automatisch – also ohne manuelle Eingabe – erfassen, speichern und kategorisieren. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff als „Automatische Identifikation und Datenerfassung“ übersetzt. Zu den AIDC-Technologien zählen unter anderem Barcodes, 2D-Codes, RFID, OCR sowie bildbasierte und biometrische Verfahren.

Technisch läuft ein AIDC-Prozess in drei Schritten ab: Zuerst werden Daten auf einem Datenträger – etwa einem Etikett oder RFID-Tag – codiert und aufgebracht. Anschließend liest ein Scanner, ein Kamerasystem oder ein RFID-Lesegerät diese Daten maschinell aus. Im dritten Schritt werden die erfassten Informationen decodiert und an übergeordnete IT-Systeme wie ERP, MES oder Warenwirtschaftssysteme weitergegeben. Für die Normung zuständig ist das internationale Gremium ISO/IEC JTC 1/SC 31 „Automatic Identification and Data Capture Techniques“. Datenidentifikatoren nach ISO/IEC 15418 ermöglichen dabei die eindeutige Zuordnung codierter Inhalte beim Scannen. Im GS1-Umfeld regeln die GS1 General Specifications die Verwendung von GS1-Barcodes, GS1 DataMatrix, GS1-128 und EPC/RFID für eine global einheitliche Kennzeichnung.

Für den Etikettendruck ist AIDC in mehrfacher Hinsicht unmittelbar relevant. Typische AIDC-Datenträger auf Etiketten sind lineare Barcodes wie EAN/UPC, Code 128 oder GS1-128, zweidimensionale Codes wie DataMatrix oder QR-Code sowie RFID-Inlays, die als sogenannte Smart Labels direkt in ein Etikett integriert werden. Das dominierende Druckverfahren für solche Etiketten ist der Thermotransfer- und Thermodirektdruck; ergänzend kommen Tintenstrahl- und Lasermarkierung zum Einsatz. Bei RFID-Etiketten wird der Druckprozess um das „Encoding“ erweitert – also das Beschreiben des RFID-Chips mit EPC- oder anderen ID-Daten, bekannt als „Print & Encode“. Hersteller von Etiketten müssen sicherstellen, dass AIDC-Codes normgerecht lesbar und dauerhaft sind, was die Einhaltung von Druckqualitätsnormen wie ISO/IEC 15416 für lineare Barcodes und ISO/IEC 15415 für 2D-Symbole einschließt. Die Materialauswahl – Papier oder Kunststoff als Obermaterial, Klebstoff, Farbband sowie das verwendete RFID-Inlay – muss auf die jeweiligen Einsatzbedingungen und die Lesetechnologie abgestimmt sein.

Für Anwender ermöglichen AIDC-fähige Etiketten eine schnelle und fehlerarme Datenerfassung entlang der gesamten Lieferkette – vom Wareneingang über die Produktion bis zum Versand. Besonders in regulierten Branchen wie dem Gesundheitswesen, wo Seriennummern, Chargennummern und Verfallsdaten normgerecht auf dem Etikett codiert sein müssen, ist die korrekte AIDC-Umsetzung eine Compliance-Voraussetzung. Standardisierte Codes auf Basis von GS1 oder EPC/RFID verbessern zudem die Interoperabilität zwischen Handelspartnern, da alle Beteiligten identische Datenträger und Codierungsregeln nutzen.