Bagasse-Papier-Etiketten sind selbstklebende Etiketten, deren Obermaterial aus Bagasse-Papier besteht – einem Naturpapier, das aus den faserigen Rückständen der Zuckerrohrverarbeitung hergestellt wird. Bagasse ist der pflanzliche Restfaseranteil, der nach der Zuckergewinnung aus Zuckerrohr übrig bleibt und anstelle von Holz als biobasierter Rohstoff für die Zellstoff- und Papierherstellung genutzt wird. Da der Faserrohstoff aus landwirtschaftlichen Ernterückständen stammt und kein zusätzlicher Holzeinschlag erforderlich ist, wird Bagasse-Papier als baumfreies Papier vermarktet.
Im Etikettendruck wird Bagasse-Papier sowohl als Rollenmaterial als auch als Blattetiketten auf DIN-A4-Bögen eingesetzt. Typische Spezifikationen umfassen Grammaturen um 70 g/m² bei Rollenetiketten sowie Materialstärken von rund 101 µm bei Blattetiketten, beispielsweise im Format 105 × 74 mm. Die Oberfläche ist naturmatt mit leicht sichtbarer Faserstruktur, was Bagasse-Papier optisch und haptisch von gestrichenen Papieren unterscheidet. Der Materialaufbau entspricht dem üblicher Haftetiketten: Obermaterial aus Bagasse-Papier, permanenter selbstklebender Haftkleber und ein Trägermaterial. Das Material ist mit den gängigen Druckverfahren im Etikettendruck kompatibel – konkret mit Offset-, Flexo-, Digital- und Tiefdruck. Für Blattetiketten werden LED-Farbdrucker als besonders geeignet genannt.
Für den Etikettendruck sind Bagasse-Papier-Etiketten aus mehreren Gründen praxisrelevant. Erstens decken sie ein breites Anwendungsspektrum ab: Hersteller setzen sie zur Kennzeichnung von Lebensmitteln, Getränken und Kosmetikprodukten ein. Für Lebensmittelanwendungen ist das Material ISEGA-zertifiziert und damit für den Kontakt mit feuchten, trockenen und fettenden Lebensmitteln zugelassen – ein rechtlich relevanter Nachweis für Lebensmittelhersteller und Händler. Zweitens bietet das Material nachgewiesene Kreislaufeigenschaften: Bagasse-Papier-Etiketten sind recycelbar und können über den normalen Papiermüll entsorgt werden. Darüber hinaus ist industrielle Kompostierbarkeit nach EN 13432 sowie Heimkompostierbarkeit nach AS 5810:2010 zertifiziert, was die Integration in entsprechende Entsorgungssysteme ermöglicht. Drittens ist die Verarbeitungskompatibilität für Etikettendruckereien relevant: Da das Material auf bestehenden Offset-, Flexo-, Digital- und Tiefdruckanlagen verarbeitet werden kann und sowohl als Rollenware für industrielle Etikettieranlagen als auch als A4-Bogen für Büro- und Kleinseriendrucker verfügbar ist, erfordert der Einsatz keine grundlegenden Investitionen in neue Maschinenausstattung. Die natürlich-matte Optik mit sichtbarer Faserstruktur positioniert das Material typischerweise im Segment Naturkosmetik, Bio- und Nachhaltigkeitsprodukte, wo eine entsprechende Designanmutung gezielt eingesetzt wird.