Fettdichtes Papier ist ein Papiermaterial, dessen Struktur oder Beschichtung den Durchschlag von Fetten und Ölen weitgehend verhindert. Fett gelangt dabei nicht oder nur stark verzögert auf die Rückseite des Papiers. Im technischen Sinne handelt es sich um ein Barrierepapier, das speziell für den Kontakt mit fetthaltigen Medien wie Ölen, Fetten und Saucen ausgelegt ist.
Die Fettdichtigkeit wird über definierte Kennwerte gemessen, darunter der sogenannte KIT-Wert, der die Fettbarriere quantifiziert. Ein typisches fettdichtes Papier im Etiketten- und Verpackungsbereich weist beispielsweise ein Flächengewicht von 40 g/m² und einen KIT-Wert von 9 auf. Solche Papiere werden gezielt für den direkten Lebensmittelkontakt entwickelt und sind insbesondere für frittierte, saucenreiche oder anderweitig fettreiche Produkte geeignet. Da entsprechende Herstellerprodukte explizit ohne PFOS, PFOA und andere perfluorierte C6-Verbindungen sowie ohne Kunststoff und Silikon gefertigt werden, entsprechen sie den geltenden PFAS-Regulierungen der EU und erfüllen lebensmittelrechtliche Vorgaben für Materialien mit Lebensmittelkontakt. Zusätzlich werden solche Papiere als recycelbar ausgewiesen.
Für den Etikettendruck ist fettdichtes Papier dort relevant, wo Etiketten dauerhaft mit Fett oder Öl in Berührung kommen. Herkömmliche Papieretiketten neigen unter solchen Bedingungen dazu, die Lesbarkeit zu verlieren, zu verschmieren oder sich abzulösen. Fettdichte Etiketten hingegen behalten Lesbarkeit und Klebkraft auch nach längerem Fettkontakt, was die Notwendigkeit eines häufigen Austauschs reduziert und die Integrität der Kennzeichnung sicherstellt. Anwendungsfelder umfassen Lebensmittelverpackungen, Kosmetika, Autoteile sowie industrielle Umgebungen.
Im Aufbau eines Haftetiketts übernimmt fettdichtes Papier die Rolle des Obermaterials; darunter folgen die Klebstoffschicht und das Trägermaterial. Damit das Etikett seine Aufgabe zuverlässig erfüllt, müssen Obermaterial und Kleber bereits vor dem Druck aufeinander und auf die Anforderungen der Anwendung abgestimmt werden. Etikettendruckbetriebe sollten daher den Einsatzbereich, also insbesondere den zu erwartenden Kontakt mit Fett oder Öl, vor der Materialauswahl präzise definieren. Fettdichte Papiermaterialien lassen sich auf üblichen Etikettendruck- und Weiterverarbeitungsanlagen verarbeiten, sofern Material und Kleber passend gewählt sind. Für Käufer von Etiketten bietet fettdichtes Papier gegenüber fluorchemisch ausgerüsteten oder kunststoffbeschichteten Alternativen zugleich einen regulatorischen und ökologischen Vorteil.