Ein Folienetikett ist ein selbstklebendes oder nicht-selbstklebendes Etikett, dessen Obermaterial aus Kunststofffolie besteht – im Unterschied zu Papieretiketten, bei denen Papier als Trägermaterial der Druckschicht dient. Wie jedes selbstklebende Etikett besteht es aus drei Schichten: dem Obermaterial aus Folie, einem druckempfindlichen Klebstoff sowie einem silikonisierten Liner, der das Etikett bis zur Applikation schützt und das maschinelle Spenden ermöglicht.
Als Folienmaterial kommen vor allem PE (Polyethylen), PP (Polypropylen) und PET (Polyethylenterephthalat) zum Einsatz. PE-Folie ist flexibel und passt sich gut an unebene Untergründe an. PP-Folie bietet höhere Steifigkeit und gute Chemikalienbeständigkeit, während PET-Folie die höchste Temperatur-, Abrieb- und Chemikalienbeständigkeit unter diesen drei Materialien aufweist und damit für besonders robuste Industriekennzeichnungen geeignet ist. Die Wahl der Folie bestimmt dabei unmittelbar, welche Druckverfahren und welche Farbbänder kompatibel sind – besonders beim Thermotransferdruck, dem verbreiteten Verfahren für variable industrielle Kennzeichnungen wie Barcodes, Seriennummern oder Mindesthaltbarkeitsdaten, muss die Abstimmung zwischen Folienmaterial, Farbband und Drucksystem sorgfältig erfolgen. Daneben werden Folienetiketten durch Flexodruck für hohe Auflagen, Digitaldruck für variable Daten und kleine Auflagen sowie Siebdruck bei geforderten hohen Farbschichtdicken hergestellt.
Für den Etikettendruck ist das Folienetikett vor allem dort relevant, wo Papier an seine Grenzen stößt: bei Feuchtigkeit, Chemikalienkontakt, UV-Einwirkung, mechanischem Abrieb oder Außenbewitterung. Typische Anwendungsbereiche sind die Kennzeichnung von Maschinen, Geräten und Bauteilen in Industrie und Automotive, Produktkennzeichnungen in der Chemie sowie Logistik- und Verpackungsetiketten auf Kartons, Paletten und Ladungsträgern. Folienetiketten werden dabei häufig in automatisierten Print-&-Apply-Systemen verarbeitet, die das Drucken und Applizieren in einem Arbeitsschritt verbinden.
Für Etikettenentwickler und Käufer hat die Materialwahl unmittelbare praktische Konsequenzen: Der Untergrund – ob Metall, Kunststoff oder lackierte Oberfläche – bestimmt die erforderliche Klebkraft, die Einsatzumgebung bestimmt die notwendige Beständigkeit des Folienmaterials, und die geplante Lebensdauer der Kennzeichnung entscheidet, ob ein temporäres Logistiketikett oder ein dauerhaftes Typenschild benötigt wird. In regulierten Branchen wie Lebensmittel, Pharma oder Medizintechnik müssen Folienetiketten zudem alle gesetzlich vorgeschriebenen Informationen dauerhaft lesbar tragen – eine Anforderung, die die Materialbeständigkeit zur Pflichtanforderung macht und sich in Qualitätsmanagementsystemen nach ISO 9001 sowie in regulatorischen Vorgaben wie FDA 21 CFR Part 11 widerspiegelt.