PP-Folie steht für Polypropylen-Folie und bezeichnet eine dünne, flexible Kunststofffolie aus Polypropylen (Kurzzeichen PP), einem teilkristallinen, thermoplastischen Standardkunststoff. Polypropylen entsteht durch Polymerisation des Monomers Propen und gehört zur Gruppe der linearen Kohlenwasserstoffpolymere. Im Etikettendruck ist PP-Folie eines der meistverwendeten Folienmaterialien überhaupt.
Technisch zeichnet sich PP-Folie durch hohe mechanische Festigkeit und Reißfestigkeit aus, verbunden mit guter Wärmeformbeständigkeit in einem typischen Einsatzbereich von etwa 0 °C bis 100 °C. Besonders hervorzuheben ist die ausgeprägte Chemikalienbeständigkeit gegenüber organischen Lösungsmitteln, Fetten, Säuren und Laugen. Optisch ist PP-Folie in transparenten, matten und glänzenden Ausführungen erhältlich. Produktionstechnisch unterscheidet man Cast-PP (CPP), das nicht orientiert direkt aus der Extrusion weiterverarbeitet wird, von orientiertem PP: Durch ein Reckverfahren entsteht monoaxial orientiertes PP (MOPP) oder biaxial orientiertes PP (BOPP), das durch erhöhte Klarheit und Festigkeit charakterisiert ist. Beide Varianten finden im Etikettendruck Verwendung.
Für den Etikettendruck ergibt sich die Relevanz von PP-Folie auf mehreren Ebenen. Im typischen Aufbau eines Selbstklebeetiketts bildet die PP-Folie das Obermaterial, das in gängigen Dicken wie 60 µm oder 90 µm, matt oder glänzend, verfügbar ist. Darunter folgt ein Haftkleber auf Acryl- oder Kautschukbasis sowie ein silikonisierter Liner als Trägermaterial. Bedruckt werden PP-Etiketten auf Rolle unter anderem per Thermotransferdruck sowie mittels Flexo-, Digital- oder UV-Inkjet-Verfahren. Als Veredelung sind Laminierung, Schutzlack sowie Heißfolienprägung möglich, die auf PP-Folie – anders als auf PE-Folie – anwendbar ist.
Anwendungsseitig deckt PP-Folie ein breites Spektrum ab: Produktetiketten für Kosmetik, Haushaltschemie, Lebensmittel und Getränke, industrielle Kennzeichnung sowie Etiketten für Verpackungen mit Kontakt zu Fetten, Ölen oder Reinigungsmitteln. Transparente PP-Folie ermöglicht den sogenannten No-Label-Look und eignet sich als Schutzlaminat über weniger widerstandsfähigen Etiketten. PP-Etiketten sind zudem als lebensmittelgeeignet für indirekten Kontakt ausgelegt, sofern geeignete Folien und Klebstoffe gewählt werden. Ein praktisch bedeutsamer Nachhaltigkeitsaspekt: Wird eine PP-Verpackung mit einem PP-Etikett kombiniert, entsteht eine sortenrein recycelbare Einheit, ohne dass Verbraucher Etikett und Verpackung trennen müssen. Für alle eingesetzten PP-Folien-Typen sind Sicherheitsdatenblätter verfügbar, die rechtliche Dokumentationspflichten nach chemikalienrechtlichen Vorgaben unterstützen.