FTM 27 (Abrieb- & Farbreibprüfung nach Sutherland-Prinzip)

FTM 27 ist eine FINAT-Testmethode zur Abrieb- und Farbreibprüfung von UV-bedruckten Etiketten nach dem Sutherland-Prinzip. Sie beschreibt ein standardisiertes Verfahren, bei dem die bedruckte Oberfläche eines Etiketts unter definierten Bedingungen gegen ein Gegenmaterial gerieben wird, um die Scheuer- und Abriebfestigkeit der Druckfarbe reproduzierbar zu bewerten. FTM 27 ist Teil des Methodenkatalogs von FINAT, dem europäischen Verband für Selbstklebe-Etiketten, und steht damit im Kontext weiterer etablierter FINAT-Testmethoden wie FTM 1 (Klebkraft) und FTM 8 (Scherfestigkeit).

Das Prüfprinzip folgt dem Sutherland-Reibtest, der auch der internationalen Norm ASTM D5264 zugrunde liegt. Dabei wird ein Probekörper unter definierter Andruckkraft, Geschwindigkeit und Hubzahl über die bedruckte Etikettenoberfläche bewegt. Die Prüfung erfolgt wahlweise „Farboberfläche gegen Substrat“ oder „Farboberfläche gegen Farboberfläche“, je nach Prüfaufbau. Als Prüfgeräte kommen Sutherland-kompatible Ink-Rub-Tester zum Einsatz, beispielsweise der Digital Ink Rub Tester von TMI, der ausdrücklich im Kontext der FTM-27-Prüfung genannt wird. Anhand der Reibspuren und der Farbübertragung lässt sich beurteilen, ob die Druckfarbe den mechanischen Beanspruchungen des späteren Einsatzes standhält.

Für den Etikettendruck ist FTM 27 aus mehreren Gründen unmittelbar relevant. UV-bedruckte Haftetiketten sind im Gebrauch häufig mechanischen Reibbeanspruchungen ausgesetzt – etwa beim Transport, beim Handling oder durch Maschinenkontakt. Gibt die Druckfarbe unter diesen Belastungen nach, werden Kennzeichnungsinformationen unleserlich, was Produktsperrungen oder Reklamationen nach sich ziehen kann. FTM 27 ermöglicht es Druckereien und Etikettenherstellern, die Abriebfestigkeit ihrer UV-Drucke bereits im Rahmen der Wareneingangs- oder Produktionsfreigabeprüfung objektiv zu bewerten und gegenüber Kunden und Prüflaboren eindeutig zu dokumentieren. Prüflabore wie Fogra oder BFSV bieten entsprechende Dienstleistungen auf Basis der FINAT-Testmethoden an. Industriekunden und Markeninhaber können von Lieferanten Prüfnachweise nach FTM 27 einfordern, um sicherzustellen, dass ein Etikett für konkrete Einsatzbedingungen geeignet ist. Die Methode schafft damit eine gemeinsame, vergleichbare Grundlage zwischen Hersteller und Abnehmer – unabhängig davon, ob es um die Erstfreigabe eines Etikettenartikels oder um die Klärung eines Reklamationsfalls geht.