In-Mould-Label

Ein In-Mould-Label (IML) ist ein vorgedrucktes Kunststoffetikett, das vor dem Formgebungsprozess in eine Spritzguss- oder Blasform eingelegt wird und beim Einspritzen oder Aufblasen des geschmolzenen Kunststoffs unlösbar mit dem Formteil verschmilzt. Das Ergebnis ist eine durchgehend glatte, randlose Oberfläche, bei der Etikett und Behälter eine untrennbare Einheit bilden. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Varianten: IML-I für das Spritzgießen und IML-B für das Blasformen.

Der Ablauf im Spritzgießverfahren ist technisch präzise geregelt: Ein vorgestanztes, bedrucktes Folienetikett wird automatisiert – meist durch Roboter – in die Kavität der Form eingelegt und dort entweder durch statische Elektrizität oder Vakuum fixiert. Anschließend wird geschmolzener Kunststoff eingespritzt, der mit dem Etikett verschmilzt. Formgebung und Dekoration erfolgen damit in einem einzigen Arbeitsgang, separate Etikettierstationen und die Zwischenlagerung von Blankoverpackungen entfallen. Typische Anwendungsfelder sind Lebensmittelverpackungen wie Becher, Tiegel und Eimer für Milchprodukte oder Eiscreme sowie Verpackungen im Kosmetik-, Chemie- und Automobilbereich.

Für den Etikettendruck ist IML in mehrfacher Hinsicht relevant. Als Material dominiert Polypropylen (PP) mit Foliendicken zwischen 40 und 100 µm; Polystyrol (PS) wird deutlich seltener eingesetzt, Papier nur in Ausnahmefällen. Gedruckt werden IML-Etiketten häufig im Flexodruck, nach dem Druck werden sie gestanzt und als fertige Formlabel an den Verarbeiter geliefert. Bei der Folienauswahl können spezielle Additive, Farben und Lacke integriert werden, um Barriere-, Duft-, Haptik- oder Peel-Effekte zu erzielen – ein Gestaltungsspielraum, der über konventionelle Haftetiketten deutlich hinausgeht.

Ein zentrales Qualitätsmerkmal aus Etikettendrucksicht ist die Haftung: Da das Label nicht aufgeklebt, sondern mit dem Trägermaterial verschmolzen ist, ist es extrem abriebfest, kratzfest, feuchtigkeits- und temperaturbeständig sowie nicht ablösbar. Das macht IML-Etiketten auch für Tiefkühlanwendungen geeignet. Hinzu kommt ein Nachhaltigkeitsaspekt, der in der Verpackungsindustrie zunehmend an Gewicht gewinnt: Bestehen Behälter und Label aus demselben Kunststoff – in der Regel PP – ist die gesamte Verpackung sortenrein recycelbar, was Anforderungen an recyclinggerechtes Verpackungsdesign direkt erfüllt. Für Etikettendrucker bedeutet IML eine spezialisierte Produktionskette mit engen Materialvorgaben, hohen Anforderungen an Maßgenauigkeit beim Stanzen und die Notwendigkeit enger Abstimmung mit dem Spritzgießer oder Blasformer als nachgelagerten Verarbeiter.