„IoT-Label“ ist kein normierter Fachbegriff, wird in der industriellen Kennzeichnung jedoch konsistent für zwei verwandte Konzepte verwendet: erstens für physische, elektronisch vernetzte Etiketten mit integrierten Komponenten wie E-Ink-Display, GPS-Modul oder Funkeinheit, die als eigenständige Teilnehmer eines IoT-Systems agieren; zweitens für gedruckte Sicherheits- und Konformitätsetiketten, die auf vernetzten Produkten angebracht werden und deren IoT-Eigenschaften oder Sicherheitszertifizierung kennzeichnen.
Im ersten Bedeutungsfeld handelt es sich um Etiketten, die selbst aktive Elektronik enthalten. Das eOX-Label von Syskomp etwa nutzt E-Ink-Technologie und kommuniziert über IoT-Infrastruktur, um Anzeigeinhalte drahtlos zu aktualisieren – ohne klassischen Druckvorgang im laufenden Betrieb. G+D wiederum bietet ein flaches GPS-fähiges IoT-Tracking-Label, das physisch auf Versandgütern angebracht wird und kontinuierlich Positionsdaten an Backend-Systeme übermittelt. Beide Ansätze erfordern robuste, industrietaugliche Trägergehäuse, da sie in Logistik, Intralogistik und Produktion unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen eingesetzt werden. Die Beschriftung solcher Etiketten erfolgt nicht durch herkömmliche Thermodirekt- oder Thermotransferverfahren, sondern durch elektronische Update-Prozesse über die angebundene IoT-Infrastruktur.
Im zweiten Bedeutungsfeld stehen gedruckte Etiketten im Vordergrund, die auf IoT-Geräten die Konformität oder Sicherheitszertifizierung dokumentieren. Das BSI-IT-Sicherheitskennzeichen für vernetzte Produkte wird als physisches Label appliziert und enthält einen produktindividuell bedruckten QR-Code, der auf eine BSI-Produktseite mit Sicherheitsinformationen verweist. Daneben ist für IoT-Produkte, die in der EU in Verkehr gebracht werden, die CE-Kennzeichnung zwingend vorgeschrieben – umgesetzt als gedrucktes Etikett, Direktmarkierung oder Typenschild. Relevante Richtlinien sind dabei unter anderem die Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU, die EMV-Richtlinie 2014/30/EU sowie die Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU.
Für den Etikettendruck ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Wer IoT-Labels im Sinne gedruckter Konformitätskennzeichnung herstellt, muss variablen Datendruck und Serialisierung beherrschen, da jeder QR-Code produktindividuelle Informationen trägt. Wer dagegen aktive, elektronische IoT-Etiketten fertigt oder verarbeitet, verlässt den klassischen Etikettendruck weitgehend und bewegt sich in der Schnittmenge aus Elektronikmontage, Funkzertifizierung und IoT-Systemintegration. Beide Varianten stellen erhöhte Anforderungen an Materialauswahl und Verarbeitungsprozesse: Gedruckte Labels für IoT-Geräte müssen CE- und ggf. RFID-Auto-ID-Anforderungen erfüllen, während aktive Smart Labels robuste Industrieträger benötigen, die mechanischen und thermischen Belastungen standhalten.