Die Kaltfolienprägung – im Etikettendruck häufig als Kaltfolienveredelung oder Kaltfolientransfer bezeichnet – ist ein Veredelungsverfahren, bei dem eine dünne dekorative Folie mithilfe eines druckfähigen Klebstoffs auf das Etikettenmaterial übertragen wird. Anders als bei der Heißfolienprägung werden dabei weder hohe Temperaturen noch separate Prägewerkzeuge benötigt. Das Ergebnis sind metallische, glänzende oder holografische Effekte auf der Etikettenoberfläche.
Der Prozess läuft in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten ab: Zunächst wird ein Spezialklebstoff im Druckwerk – etwa einem Flexodruckwerk – exakt in den Bereichen des Etiketts aufgedruckt, die später folienbeschichtet erscheinen sollen. Anschließend wird die Kaltfolie, typischerweise eine metallisierte Folie in Silber, Gold oder Bronze oder eine holografische Variante, über das Substrat geführt. Die Folie haftet ausschließlich an den klebstoffbeschichteten Stellen und wird dort vom Träger abgezogen. Im dritten Schritt kann die aufgebrachte Folie mit konventionellen oder UV-Farben überdruckt werden, um verschiedene metallische Farbtöne zu erzeugen: Eine einzelne Silberfolie lässt sich durch den gezielten Überdruck mit Gelb- und Magentaanteilen beispielsweise in einen Goldton verwandeln, was den verfügbaren Farbraum erheblich erweitert. Für den Klebstoffauftrag genügt ein einfaches Klischee; das aufwendige und kostenintensive Prägewerkzeug der Heißfolienprägung entfällt vollständig.
Für den Etikettendruck ist die Kaltfolienveredelung aus mehreren Gründen relevant. Das Verfahren lässt sich als Inline-Prozess direkt in den Etikettendruckdurchgang integrieren, sodass Folientransfer und weiterer Mehrfarbdruck in einem einzigen Produktionslauf auf der Etikettendruckmaschine stattfinden. Separate Offline-Prägeanlagen sind damit nicht erforderlich, was Rüstzeiten und Produktionskosten reduziert. Gegenüber der Heißfolienprägung gelten Kaltfolienverfahren als deutlich kostengünstiger und schneller, weshalb sie sich laut Herstellerangaben besonders für große Auflagen und Sonderaktionen eignen. Eingesetzt wird die Kaltfolienveredelung vor allem bei Rollenetiketten auf Papier- und Foliensubstraten in Branchen mit hohen Anforderungen an Marken- und Regalwirkung, darunter Kosmetik, Wein, Spirituosen und hochwertige Lebensmittel. Holografische Kaltfolien bieten darüber hinaus die Möglichkeit, Etiketten als Fälschungsschutz auszustatten, da individuelle holografische Effekte schwer zu imitieren sind. Die aufgebrachte Folienschicht ist dünn, aber optisch sichtbar und haptisch wahrnehmbar, was die empfundene Wertigkeit eines Etiketts messbar beeinflusst.