Klebstofffreie Zone

Eine klebstofffreie Zone – auch leimfreie Zone genannt – ist ein definierter Teilbereich eines Haftetiketts, in dem kein Klebstoff aufgetragen wird oder vorhandener Klebstoff gezielt neutralisiert wurde, sodass das Etikett in diesem Bereich nicht haftet. Der Begriff beschreibt damit einen funktional und geometrisch festgelegten Abschnitt eines Selbstklebeetiketts, der im Produktionsprozess bewusst ohne Haftwirkung hergestellt wird. Das Etikett klebt folglich nur partiell, nämlich ausschließlich in den Bereichen, in denen der Klebstoff vorhanden und aktiv ist.

Technisch lassen sich klebstofffreie Zonen auf verschiedene Arten erzeugen. Eine Methode ist der intermittierende Klebstoffauftrag, bei dem der Klebstoff von vornherein nur auf definierten Flächenabschnitten aufgetragen wird, wodurch sich die Klebstoffflächen nahezu frei konfigurieren lassen. Eine weitere Methode ist das partielle Neutralisieren eines bereits vorhandenen Klebstoffs, etwa durch das Aufbringen eines Silikonlacks oder eines mit einem Klischee applizierten partiellen Lacks, der den Klebstoff in den gewünschten Bereichen unwirksam macht. Beide Verfahren werden in spezialisierten Etikettendruck- und Veredelungsmaschinen umgesetzt, die eine punktgenaue Applikation ermöglichen.

Für den Etikettendruck sind klebstofffreie Zonen in mehreren Anwendungsbereichen relevant. Bei Verpackungsetiketten – etwa für Taschentuch- oder Getreideverpackungen – entstehen durch leimfreie Bereiche Anfasslaschen, die eine einfache, hygienische Öffnung und gegebenenfalls ein Wiederverschließen ermöglichen. Bei sogenannten SecuBond-Etiketten wird eine rund einen Millimeter breite klebstofffreie Zone entlang der Ränder eingesetzt, um Klebstoffaustritt an den Kanten zu verhindern, das Ablösen vom Trägermaterial zu erleichtern und eine störungsfreie Verarbeitung in Etikettierautomaten sicherzustellen. Darüber hinaus kommen leimfreie Zonen bei Wiederverschlussetiketten, Banderolen, Tragegriffen sowie bei Kontrollzetteln im Logistikprozess zum Einsatz, die abgetrennt und weiterverwendet werden können. Auch das gezielte Abdecken von Informationen, die erst durch Anheben eines Etikettenteils sichtbar werden – beispielsweise für Gewinnspiele oder Prüffelder – ist eine typische Anwendung. In der Medizintechnik sind Materialverbunde mit klebstofffreien Zonen für Etiketten vorgesehen, die den Anforderungen der DIN EN 60601-1 entsprechen müssen.

Für Käufer und Anwender bedeutet die klebstofffreie Zone konkret: weniger Schmutz- und Staubanhaftung durch austretenden Klebstoff, einfacheres Handling beim Ablösen vom Träger sowie erweiterte Funktionalität bei der Produktkennzeichnung. Für Etikettendrucker und Verarbeiter steht vor allem die prozesssichere Verarbeitung im Vordergrund, da klebstofffreie Ränder Maschinenverschmutzungen und Störungen in Etikettierautomaten wirksam reduzieren.