Ein Laboretikett ist ein speziell für Laboranwendungen entwickeltes Haftetikett, das Proben und Gefäße unter chemischen, thermischen und mechanisch anspruchsvollen Bedingungen dauerhaft und eindeutig kennzeichnet. Im Kern handelt es sich dabei um eine gezielte Komposition aus Obermaterial und Klebstoff, die auf die extremen Anforderungen des pharmazeutischen, medizinischen und wissenschaftlichen Laborbetriebs abgestimmt ist. Das übergeordnete Ziel ist eine zuverlässige Lesbarkeit und sichere Haftung über den gesamten Lebenszyklus einer Probe hinweg.
Im Einsatz dienen Laboretiketten der Kennzeichnung von Röhrchen, Reagenzgläsern, Eppendorf-Tubes, Zentrifugenröhrchen, Kryo-Vials, Petrischalen, Fläschchen und Blutbeuteln. Typische Einsatzorte sind medizinische Labore, Kliniken, Blutbanken, Gewebebanken sowie Forschungs- und Entwicklungslabore in Industrie und Wissenschaft. Die Etiketten ermöglichen die Probenidentifikation, Rückverfolgbarkeit und Zuordnung von Mess- und Patientendaten, häufig über aufgedruckte 1D- oder 2D-Barcodes sowie Klartext. Da Labore Etiketten oft direkt vor Ort und bedarfsgerecht bedrucken, kommen spezialisierte Labor-Etikettendrucker zum Einsatz, die auf kleine Etikettenformate, variable Daten und hohe Druckauflösungen ausgelegt sind.
Für den Etikettendruck ist der Begriff aus mehreren Gründen von zentraler Bedeutung. Das Druckverfahren der Wahl ist in diesem Segment überwiegend der Thermotransferdruck, da er chemikalien- und temperaturresistente Druckbilder liefert, die auch aggressiven Reinigungsprozessen oder Autoklavierung standhalten. Bei der Materialauswahl kommen Kunststofffolien wie Vinyl, Polyester oder Polypropylen zum Einsatz, weil Papier die geforderten Beständigkeiten schlicht nicht erfüllen kann. Der Klebstoff spielt eine ebenso kritische Rolle: Er muss bei kryogener Lagerung bis etwa −196 °C haften, gleichzeitig Hochtemperaturprozessen wie dem Autoklavieren standhalten und dabei migrationssicher sein, damit keine Klebstoffbestandteile in das Gefäßinnere übergehen und Messergebnisse verfälschen.
Für Etikettenhersteller bedeutet das, Material-Klebstoff-Kombinationen zu entwickeln und gezielt zu testen, die unterschiedlichste Prozessbelastungen überstehen. Dabei müssen auch die verschiedenen Gefäßgeometrien berücksichtigt werden, da Röhrchen, Vials oder Blutbeutel unterschiedliche Etikettenformen und Haftungseigenschaften erfordern. Käufer und Anwender wiederum müssen bei der Beschaffung die konkreten Prozessbedingungen ihres Labors kennen: Ein kryogenes Etikett ist beispielsweise nicht für Heißluft-Sterilisation über 90 °C geeignet. Darüber hinaus ermöglicht der On-Demand-Druck mit Labor-Etikettendruckern eine flexible Kennzeichnung, unter anderem für Gefahrgut gemäß GHS, sodass keine großen Mengen vorbedruckter Etiketten vorrätig gehalten werden müssen.