Monomaterialfolie

Eine Monomaterialfolie ist eine Kunststofffolie – ein- oder mehrschichtig –, bei der sämtliche Schichten überwiegend aus derselben Polymerfamilie bestehen, beispielsweise ausschließlich Polyethylen (PE) oder ausschließlich Polypropylen (PP). Im Unterschied zur sogenannten Monofolie, die nur aus einer einzigen Schicht besteht, kann eine Monomaterialfolie durchaus mehrere Schichten vereinen, solange alle gemeinsam demselben Recyclingstrom zugeordnet werden können. Als Schwellenwert gilt in der Praxis häufig ein Anteil von mindestens 90 bis 95 Gewichtsprozent des Zielpolymers; der verbleibende Restanteil darf aus Klebstoffen, Druckfarben oder dünnen Funktionsschichten wie Barrierelagen bestehen, sofern diese das Recycling nicht beeinträchtigen.

Technisch werden Monomaterialfolien über Extrusion oder Coextrusion hergestellt, bei der mehrere PE- oder PP-Schichten in einem Arbeitsgang zusammengeführt werden. Ergänzend kommt das MDO-Verfahren (Machine Direction Orientation) zum Einsatz, bei dem die Folie in Maschinenlaufrichtung gestreckt wird, um bei reduzierter Materialstärke bessere mechanische Eigenschaften zu erzielen. Mehrschichtige Verbunde entstehen auch durch Kaschierung von Lagen gleicher Polymerfamilie, etwa OPP mit CPP als PP-Triplex oder MDO-PE kaschiert mit LDPE. Selbst eine dünne EVOH-Barriereschicht für Sauerstoff- oder Aromaschutz bleibt zulässig, solange ihr Gewichtsanteil unter den definierten Grenzwerten liegt.

Für den Etikettendruck ist das Konzept der Monomaterialfolie aus mehreren Gründen direkt relevant. Folienetiketten aus PP werden gezielt auf PP-Monomaterialverpackungen eingesetzt – etwa auf Standbodenbeuteln oder Flaschen –, damit Etikett und Verpackung gemeinsam als sortenreine PP-Fraktion recycelt werden können. Entsprechend kommen PE-Etikettenfolien auf PE-Monomaterialverpackungen zum Einsatz, beispielsweise bei flexiblen Beuteln. Anbieter wie Avery Dennison entwickeln PP- und PE-Folien ausdrücklich für den Einsatz auf solchen Monomaterialverpackungen. In der Praxis berichten Verarbeiter, dass Mono-PP-Folien gute Verarbeitbarkeit und brillante Druckqualität im Flexo- oder Digitaldruck bieten. Da die Monomaterial-Eigenschaft primär die Materialrezeptur betrifft, können diese Folien auf bestehenden Extrusions-, Druck- und Etikettieranlagen verarbeitet werden, ohne dass grundlegend andere Maschinentechnologien erforderlich sind.

Regulatorisch gewinnt das Thema durch die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) an Bedeutung, die für 2030 eine vollständige Recyclingfähigkeit von Verpackungen vorschreibt. Für Hersteller und Käufer von Etiketten bedeutet das: Die Materialwahl bei Etikettenfolien ist künftig nicht mehr allein eine Frage der Druck- und Verarbeitungseigenschaften, sondern unmittelbar mit der Recyclingkonformität der Gesamtverpackung verknüpft.