Passer bezeichnet im Etikettendruck den exakten, passgenauen Übereinanderdruck mehrerer Farbschichten sowie die präzise Ausrichtung des Druckbildes zur Stanzkontur. Der Begriff entstammt dem Mehrfarbendruck und beschreibt damit ein zentrales Qualitätsmerkmal bei der Herstellung hochwertiger Etiketten.
Im technischen Betrieb kommt der Passer immer dann zum Tragen, wenn ein Etikett in mehreren Druckdurchgängen produziert wird, etwa bei der Verwendung von CMYK-Farben oder zusätzlichen Sonderfarben. Dabei muss jede einzelne Farbschicht exakt auf die vorherige abgestimmt sein, damit Texte, Logos, Barcodes und grafische Gestaltungselemente scharf und lagerichtig erscheinen. Weichen die Farbschichten voneinander ab und überschreiten die zulässige Toleranz, spricht man von einem Passerproblem: Das Druckbild wirkt unscharf oder versetzt, einzelne Farbanteile sind sichtbar verschoben. Neben dem reinen Farbregister umfasst der Passer im Etikettendruck auch den Abgleich von Druckbild und Stanzform. Bei der Weiterverarbeitung muss die Stanzkontur exakt zum gedruckten Motiv ausgerichtet sein, damit Außenkonturen, Aussparungen, Lochungen oder Sonderformen präzise mit dem Druck zusammenfallen.
Für die Etikettenproduktion ist der Passer aus mehreren Gründen von unmittelbarer praktischer Bedeutung. Im Mehrfarb-Etikettendruck, wie er für Produktetiketten aus Papier oder verschiedenen Folienmaterialien eingesetzt wird, ist ein stabiler Registerhalt zwischen den Farben und der Stanzung eine Grundvoraussetzung für einwandfreie Druckergebnisse. Auch bei industriellen Etiketten, die mittels Thermotransfer- oder Thermodirektdruck nachträglich bedruckt werden und einen mehrfarbigen Vordruck aufweisen, muss der Passer zwischen Vordruck und aufgedruckter Kennzeichnung stimmen. Hersteller von Etikettendrucksystemen, Mehrfarb-Druckmaschinen und Stanzformen befassen sich daher kontinuierlich mit der Kontrolle und Einstellung des Passers im laufenden Produktionsprozess.
Die praktischen Auswirkungen eines fehlerhaften Passers sind erheblich: Barcodes werden unleserlich, Texte unscharf, und Designelemente verlieren ihre Konturgenauigkeit. Gerade in der industriellen Kennzeichnung, wo Lesbarkeit und Zuverlässigkeit zentrale Anforderungen sind, kann ein Passerproblem die gesamte Funktion eines Etiketts beeinträchtigen. Umgekehrt ist ein korrekter Passer eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass mehrfarbig bedruckte oder vorgestanzte Etiketten die geforderten Qualitätsmerkmale hinsichtlich Schärfe, Maßhaltigkeit und Lesbarkeit erfüllen. Wer Etiketten beschafft oder produziert, sollte den Passer daher als messbares Qualitätskriterium in der Abnahme und Produktionskontrolle berücksichtigen.