Schmuckfarbe bezeichnet im Druckwesen eine vorgemischte Farbe, die außerhalb der vier Prozessfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK) liegt und im Druckprozess mit einer eigenen Druckplatte sowie einem eigenen Farbwerk reproduziert wird. Sie ist damit keine Rastermischung aus CMYK, sondern eine eigenständige Volltonfarbe, die bei 100-prozentigem Farbauftrag vollständig deckend und ohne sichtbares Punktmuster erscheint. Tonabstufungen lassen sich dennoch erzielen, indem Rasterpunkte derselben Schmuckfarbe verkleinert werden.
Im Offsetdruck benötigt jede Schmuckfarbe eine eigene Druckplatte. Soll ein Etikett etwa in CMYK plus einer Schmuckfarbe gedruckt werden, sind fünf Druckplatten und eine entsprechend ausgestattete Fünf-Farben-Druckmaschine erforderlich. In der Druckvorstufe werden Schmuckfarben als separate Farbkanäle angelegt und bereits vor dem Druck exakt angemischt. Die bekanntesten Farbsysteme für Schmuckfarben sind Pantone (PMS) und HKS; auch RAL wird als Palette für Sonderfarben herangezogen. Für die digitale Anzeige oder Ausgabe sind Schmuckfarben hingegen weniger geeignet und sollten dort nur mit Vorsicht eingesetzt werden.
Für den Etikettendruck ist die Schmuckfarbe aus mehreren Gründen von praktischer Bedeutung. Bestimmte Farbtöne – darunter sehr leuchtende Farben, Metalltöne wie Gold und Silber sowie spezifische Markentöne aus dem Corporate Design – lassen sich im CMYK-Farbraum nicht ausreichend präzise oder gar nicht reproduzieren. Wer als Hersteller oder Markeninhaber sicherstellen muss, dass eine definierte Farbe auf dem Etikett exakt und reproduzierbar erscheint, kommt an Schmuckfarben kaum vorbei. Die Farbwiedergabe ist dabei präziser und konsistenter als bei einer CMYK-Annäherung.
Dieser Vorteil hat jedoch seinen Preis: Jede zusätzliche Schmuckfarbe erfordert eine weitere Druckform und ein weiteres Farbwerk, was den Produktionsaufwand und die Kosten erhöht. Für Etikettenproduktionen bedeutet das konkret, dass bereits in der Druckvorstufe festgelegt werden muss, welche Farben als Prozessfarben und welche als Schmuckfarben angelegt werden – diese Entscheidung beeinflusst direkt die Anzahl der benötigten Druckeinheiten und damit den gesamten Produktionsablauf. Wer Etiketten mit Schmuckfarben plant, sollte diesen Mehraufwand frühzeitig in Kalkulation und Zeitplanung einbeziehen.