Ein Spektraldensitometer ist ein elektrooptisches Messgerät, das die Funktionen eines Spektralfotometers und eines Farbdensitometers in einem einzigen Gerät vereint. Es misst das reflektierte Licht über das gesamte Farbspektrum, erfasst vollständige Spektraldaten und rechnet diese in auswertbare Messgrößen wie Farbdichte, CIELAB-Werte oder Tonwertzunahme um. Damit ersetzt es zwei bisher getrennte Geräteklassen durch eine einheitliche Messplattform nach definierten Normbedingungen.
Technisch erfasst das Gerät das von einem bedruckten Substrat reflektierte Licht mit definierter Beleuchtungs- und Beobachtungsgeometrie. Aus den gewonnenen Spektraldaten lassen sich gleichzeitig Dichtewerte für die Prozesskontrolle und kolorimetrische Kenngrößen wie CIELAB-Koordinaten berechnen. Im Drucksaal wird das Gerät typischerweise auf Farbkontrollstreifen angesetzt, die im Druckbogen mitgedruckt werden. Die gemessenen Dichtewerte geben direkt Auskunft darüber, ob der Farbauftrag – etwa über Farbzonenschrauben im Offsetdruck – korrigiert werden muss. Handgeführte Geräte wie das TECHKON SpectroDens sind explizit für den Einsatz direkt an der Druckmaschine sowie in der Druckvorstufe konzipiert. Relevante Normen für den Einsatz solcher Geräte sind ISO 13655, die Messbedingungen für spektrale Farbmessungen im Druckbereich regelt, sowie ISO 18620:2016, die den standardisierten Austausch von Farbmessdaten definiert.
Für den Etikettendruck ist das Spektraldensitometer ein zentrales Werkzeug im Farbmanagementprozess. Etiketten müssen Markenfarben und Hausfarben über verschiedene Auflagen, Produktionsstandorte und Substrattypen hinweg farblich konsistent wiedergeben – von gestrichenem Papier und Karton bis hin zu unterschiedlichen Foliensorten. Mit einem Spektraldensitometer lassen sich sowohl Prozessfarben als auch Sonderfarben unter denselben Messbedingungen überwachen, was den Kontrollaufwand gegenüber dem Einsatz separater Geräte reduziert. In Farbmanagement-Workflows werden mit dem Gerät gedruckte Testcharts Feld für Feld ausgemessen, um ICC-Profile für einzelne Druckmaschinen und Substratkombinatonen zu berechnen und so eine reproduzierbare Farbwiedergabe sicherzustellen. Für Etikettenhersteller erleichtert die Dokumentation normgerechter Messdaten gemäß ISO 18620 die Qualitätssicherung gegenüber Kunden und bei Audits. Für Markeninhaber und Etikettenkaüfer bedeutet der Einsatz solcher Geräte, dass vereinbarte Farbspezifikationen – etwa definierte CIELAB-Werte für eine Markenfarbe – objektiv und nachvollziehbar geprüft werden können, unabhängig davon, auf welchem Material oder in welcher Produktionscharge das Etikett hergestellt wurde.