Strukturpapier

Strukturpapier bezeichnet im Etikettendruck ein ungestrichenes oder gestrichenes Etikettenpapier, dessen Oberfläche durch eine mechanische Prägung – etwa eine Leinen- oder Filzprägung – eine fühl- und sichtbar strukturierte Textur erhält. Dieses Papier dient als Obermaterial für Haft- oder Nassleimetiketten und unterscheidet sich von glattem Etikettenpapier durch seine charakteristische, geriffelte oder gewebeartige Oberfläche.

Als Haftetikett besteht ein typisches Strukturpapier-Etikett aus drei Schichten: dem strukturierten Papier als Obermaterial, einer Klebstoffschicht – beispielsweise einem abwaschbaren Kleber für Mehrweganwendungen – sowie einem Träger aus holzfreiem Glassine-Papier. Das Obermaterial selbst ist in der Regel holzfrei, ungestrichen und nassfest; Varianten können zusätzlich alkalibeständig und schimmelfest ausgeführt sein. Spezifizierte Einsatzbereiche reichen von −20 bis +80 °C, die Verarbeitung sollte bei mindestens +5 °C erfolgen. Einige Ausführungen sind als lebensmitteltauglich für Verpackungen ohne Direktkontakt deklariert. Vorbedruckt werden Strukturpapier-Etiketten üblicherweise im Offset- oder Flexodruckverfahren; für die variable Datenkennzeichnung – etwa Mindesthaltbarkeitsdaten oder Chargennummern – ist der Thermotransferdruck das genannte Verfahren.

Für den Etikettendruck ist Strukturpapier aus mehreren Gründen relevant. Optisch und haptisch erzeugt die Prägung eine hochwertige Anmutung, die für Produkt- und Markenetiketten im Premium-Segment eingesetzt wird – etwa bei Feinkost, Getränken oder anderen Produkten, bei denen die Oberflächenwirkung der Etiketten eine Rolle spielt. Die leicht gebrochene, nicht hochweiße Farbe des Materials lässt Druckfarben dabei besonders edel erscheinen. Gleichzeitig ergibt sich aus der strukturierten Oberfläche eine drucktechnische Einschränkung: Die Riffelung kann die Qualität des Thermotransferdrucks beeinträchtigen, da für dieses Verfahren möglichst glatte Oberflächen vorteilhaft sind. Anbieter weisen daher ausdrücklich darauf hin, dass stark geriffelte Strukturpapiere für den Thermotransferdruck nur eingeschränkt geeignet sind. Verarbeiter müssen deshalb Drucktemperatur, Farbbandauswahl und Druckgeschwindigkeit sorgfältig abstimmen und gegebenenfalls Tests zur Lesbarkeit von Barcodes oder Klartextfeldern durchführen. Alternativ können Inkjet- oder Laserdruckverfahren genutzt werden. Käufer, die nachträgliche Thermotransferkennzeichnung mit hohen Barcode-Qualitätsanforderungen benötigen, sollten prüfen, ob ein glatteres Obermaterial besser geeignet ist. Für den Lebensmittelbereich gilt: Strukturpapier-Etiketten sind für den Einsatz ohne direkten Lebensmittelkontakt spezifiziert; Anwendungen mit Direktkontakt erfordern andere, explizit dafür freigegebene Materialien.