VOID-Folie bezeichnet eine Sicherheits-Verbundfolie für Etiketten, die beim Ablösen einen definierten Schriftzug – typischerweise „VOID“ – oder ein Muster sichtbar macht und damit eine Manipulation des Etiketts irreversibel anzeigt. Der Aufbau besteht aus einer Polyester- bzw. PET-Trägerfolie, auf die im Vakuumverfahren eine dünne Aluminiumschicht aufgedampft wird. Diese metallisierte Verbundstruktur bildet die Grundlage für den Sicherheitseffekt.
Das Funktionsprinzip beruht auf dem gezielten Ablösen der aufgedampften Aluminiumschicht von der Polyesterschicht beim Entfernen des Etiketts. Je nach Variante entstehen dabei unterschiedliche Transfereffekte: Beim Total-Transfer-Prinzip bleibt der Schriftzug sowohl im Etikett als auch auf dem Untergrund sichtbar, beim Non-Transfer-Prinzip erscheint der Effekt ausschließlich im Etikett selbst, ohne Rückstände auf der beklebten Oberfläche zu hinterlassen. Eine dritte Variante, der Partial Transfer, kombiniert beide Effekte und ermöglicht es, das Etikett nach dem Ablösen erneut zu schließen – wobei die Manipulation dennoch dauerhaft sichtbar bleibt. Die Wahl zwischen diesen Varianten richtet sich nach den Anforderungen an Rückstandsfreiheit und Wiederverwendbarkeit.
Für den Etikettendruck ist VOID-Folie in mehrfacher Hinsicht relevant. Materialseitig stehen silberne, weiße, transparente und holografische Ausführungen zur Verfügung, teilweise mit besonders starkem Kleber für dauerhafte Versiegelungen oder mit Spezialkleber für rückstandsfreie Anwendungen. Verarbeitungsseitig lässt sich das Material problemlos im Thermotransferdruck bedrucken, sodass variable Daten wie Seriennummern oder Barcodes direkt auf das Sicherheitsetikett gedruckt werden können – eine wichtige Eigenschaft für die Integration in industrielle Etikettierprozesse. Optisch unterscheiden sich VOID-Etiketten vor der Manipulation nicht von herkömmlichen Etiketten, was den Sicherheitseffekt zusätzlich verstärkt.
Eingesetzt wird VOID-Folie überall dort, wo unautorisieres Öffnen oder Entfernen von Etiketten nachweisbar sein muss: als Siegeletikett an Verpackungen und Gehäusen, als Garantiesiegel im Sinne von „Garantie erlischt bei Siegelbruch“, als Fälschungsschutz gegen Produktpiraterie sowie für Inventar- und Typenschildkennzeichnungen an technischen Geräten. Für Hersteller und Anwender gleichermaßen entscheidend ist die Tatsache, dass der Sicherheitseffekt nicht ohne Weiteres nachgestellt werden kann und damit ein verlässliches, kostengünstiges Schutzmerkmal darstellt. Einzelne Anbieter weisen zudem auf die Lebensmittelechtheit bestimmter Ausführungen hin, was den Einsatz auch im Bereich lebensmittelnaher Verpackungen ermöglicht.