Wrap-Around-Etiketten (Rundum-Etiketten)

Wrap-Around-Etiketten, auch als Rundum-Etiketten bezeichnet, sind flexible Etiketten, die einen Behälter vollständig umlaufen und sich am Ende durch eine Überlappung mit sich selbst verbinden. Im Unterschied zu klassischen Haftetiketten handelt es sich dabei in der Regel um nicht-selbstklebende Etiketten, die das Produkt umhüllen und nur im Überlappungsbereich verklebt oder versiegelt werden. Diese Eigenschaft macht sie zu einer eigenständigen Etikettenform mit spezifischen Anforderungen an Material, Maschinen und Behälterdesign.

In der Praxis werden Wrap-Around-Etiketten überwiegend auf runden Verpackungen eingesetzt, insbesondere auf PET- und Kunststoffflaschen in der Getränkeindustrie sowie bei Milch- und Molkereiprodukten. Die Etiketten werden vorgedruckt und nach dem Abfüllen und Verschließen des Behälters auf spezialisierten Rundum-Etikettiermaschinen aufgebracht: Die Maschine zieht das Etikett vom Rollenmaterial ab, führt es um den Behälter und verklebt den Überlappungsbereich. Damit das Etikett gleichmäßig aufliegt, sind Behälter häufig mit definierten flachen Bereichen konstruiert. Als Material kommt vor allem orientiertes Polypropylen (OPP) zum Einsatz, das sich durch Reiß-, Kratz- und Feuchtigkeitsbeständigkeit auszeichnet und als vollständig recycelbar gilt. Daneben werden metallisierte oder weiß beschichtete Folien verwendet, wenn ein besonders kontrastreicher Druckeindruck gefragt ist.

Für den Etikettendruck ist diese Etikettenform in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Die großflächige, umlaufende Druckfläche erlaubt den Einsatz von bis zu zehn Farben, Weißunterlegung, Mattlackeffekten sowie Kaltfolienveredelung und bietet damit erhebliche Gestaltungsspielräume für Branding und Pflichtangaben. Mehrlagige Wrap-Around-Varianten ermöglichen es, umfangreiche Informationen in mehreren Sprachen auf engem Raum unterzubringen, ohne zusätzliche Beipackzettel. Bei hohen Auflagen gelten Rundumetiketten als eine der kostengünstigsten Dekorationsformen überhaupt. Wer Wrap-Around-Etiketten beschaffen möchte, muss allerdings sicherstellen, dass die Behältergeometrie für diese Applikationsform geeignet ist. Für Getränkeverpackungen im deutschen Pfandsystem ist zudem eine DPG-Logo-Zertifizierung des Etiketts erforderlich. Allgemein gelten für die Gestaltung der Etiketten die einschlägigen Kennzeichnungsvorschriften, etwa die EU-Lebensmittelinformationsverordnung für Lebensmittel und Getränke sowie branchenspezifische Regelungen für Kosmetik oder Chemie.