Im Kontext von Klebstoffen für den Etikettendruck bezeichnet Dispersion ein System, bei dem feste Klebstoffpartikel fein verteilt in einem Dispersionsmittel vorliegen. Bei Dispersions-Klebstoffen für Etiketten ist dieses Dispersionsmittel in der Regel Wasser, weshalb man auch von wasserbasierten Haftklebstoffen spricht. Der Begriff Klebstoff selbst ist durch die Norm DIN EN 923 definiert: ein nichtmetallischer Werkstoff, der Fügeteile durch Adhäsion und Kohäsion verbinden kann.
Die Funktionsweise eines Dispersions-Klebstoffs beruht darauf, dass nach dem Auftragen auf das Substrat das Wasser verdunstet oder in die benachbarten Materialien entweicht. Dieser Vorgang bricht die Dispersion auf, und die zurückbleibenden Klebstoffpartikel bilden einen zusammenhängenden Film, der die Verbindung herstellt. Damit dieser Prozess zuverlässig abläuft, muss mindestens eines der beteiligten Substrate wasserdurchlässig sein; andernfalls kann die Aushärtung sehr lange dauern oder unvollständig bleiben. Neben Dispersionen zählen Hotmelt und Lösemittel zu den weiteren etablierten Klebstoffsystemen in der Etikettentechnologie. Polyacrylat-basierte Klebstoffe, die in der Branche häufig eingesetzt werden, können sowohl aus Dispersion als auch aus Lösung verarbeitet werden.
Für den Etikettendruck ist die Dispersionstechnologie in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Dispersions-Klebstoffe werden als Haftklebstoffe für Selbstklebeetiketten im Etikettenverbund eingesetzt, also in der Schicht zwischen dem eigentlichen Etikettenmaterial aus Papier oder Folie und dem Trägerband. Die fertige Etikettenbahn durchläuft anschließend typische Prozessschritte wie Abrollung, Bedruckung, Veredelung, Stanzung und Aufwicklung. Dispersions-Klebstoffe auf Acrylatbasis sind dabei ausdrücklich für Hochgeschwindigkeitsverarbeitung geeignet, was sie für industrielle Druckprozesse relevant macht.
Wer Etiketten mit Dispersions-Klebstoffen auswählt oder verarbeitet, sollte mehrere praktische Eigenschaften kennen. Da der Klebstoff wasserbasiert ist, gilt er im Vergleich zu Lösemittel-Klebstoffen als nicht brand- oder explosionsgefährlich, was Lagerung und Handhabung vereinfacht. Gleichzeitig benötigt er in der Regel mehr Zeit oder Energie zum Abbinden als Lösemittel-basierte Systeme. Kritisch ist die Feuchtigkeitsempfindlichkeit: Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder direktem Wasserkontakt kann die Klebeverbindung erheblich geschwächt werden und unter Umständen vollständig versagen. Ebenso ist Frostempfindlichkeit zu beachten, was Transport und Lagerung bei niedrigen Temperaturen einschränkt. Die Wahl des Klebstoffsystems beeinflusst damit unmittelbar die Beständigkeit, die Verarbeitbarkeit und die Sicherheitsanforderungen eines Etiketts – Faktoren, die sowohl Hersteller bei der Laminatproduktion als auch Käufer bei der Auswahl des geeigneten Etiketts für ihre Anwendung berücksichtigen müssen.