Folienprägung

Folienprägung im Etikettendruck bezeichnet ein Druckveredelungsverfahren, bei dem eine dünne Folie – metallisch, farbig oder holografisch – mithilfe eines Prägestempels dauerhaft auf das Etikettenmaterial übertragen wird. Je nach Verfahrensvariante erfolgt dieser Übertrag entweder unter Einsatz von Hitze und Druck (Heißfolienprägung) oder ausschließlich durch Druck ohne erhöhte Temperaturen (Kaltfolienprägung). Das Ergebnis ist eine Veredelung, die sowohl optisch sichtbar als auch mit den Fingerkuppen erfühlbar ist.

Bei der Heißfolienprägung presst ein erhitzter Prägestempel eine dünne Folie bei Temperaturen von bis zu 120 °C mit hohem Druck auf das Substrat. Die Folienschicht löst sich dabei vom Trägerband und haftet dauerhaft auf dem Material. Dieses Verfahren erfordert spezialisierte Heißfolien-Prägemaschinen oder entsprechend ausgerüstete Druckmaschinen mit Prägeeinheit; in der Druckdatenvorbereitung wird ein gesonderter fünfter Farbkanal als Volltonfarbe angelegt, der die zu veredelnden Bereiche exakt definiert. Die Kaltfolienprägung kommt ohne hohe Temperaturen aus und lässt sich in moderne Inline-Druckprozesse auf Rollenoffset- oder Flexoanlagen integrieren. Sie erlaubt das Applizieren der Folie bei voller Produktionsgeschwindigkeit in einem einzigen Durchgang, kombiniert mit dem anschließenden Überdruck – bei ausgesprochen geringen Rüstzeiten. Durch das Überdrucken einer Silberfolie mit konventionellen, UV- oder Hybrid-Druckfarben lassen sich zudem vielfältige metallische Farbtöne erzeugen, ohne dass dafür verschiedene Folienarten vorgehalten werden müssen.

Für den Etikettendruck ist die Folienprägung aus mehreren Gründen relevant. Geeignete Substrate sind Papier, Karton sowie Kunststoffe wie Polypropylen (PP), Polystyrol (PS) oder ABS; für die Heißfolienprägung muss das Material zudem eine ausreichende Hitzebeständigkeit und Haftfähigkeit aufweisen. Veredelte Etiketten basieren typischerweise auf Etikettenpapier-Laminat oder Folienlaminat. Die Veredelung erzeugt starke Licht- und Tiefeneffekte sowie Kontraste zwischen matten und glänzenden Partien, die mit herkömmlichen Druckfarben nicht erreichbar sind. Einzelne Bildkonturen, Schriften oder Flächen lassen sich so gezielt hervorheben; in Kombination mit Reliefprägung entsteht zusätzlich ein dreidimensionaler, haptisch wahrnehmbarer Effekt. Für Etikettenanwender bedeutet das eine messbare optische Aufwertung des Produktauftritts, für Etikettenhersteller hingegen erhöhte Anforderungen an Passergenauigkeit, Materialauswahl und – je nach Verfahren – an die Maschinenausstattung oder die Inline-Prozessintegration. Die Wahl zwischen Heiß- und Kaltfolienprägung hängt dabei wesentlich von der vorhandenen Produktionsinfrastruktur, der gewünschten Losgröße und den gestalterischen Anforderungen des Etiketts ab.