Barcode-Etiketten sind selbstklebende Etiketten, auf denen ein maschinenlesbarer Code aufgedruckt ist, der zur automatischen Identifikation und Kennzeichnung von Objekten dient. Der aufgedruckte Code kann als klassischer 1D-Strichcode – also parallele Striche und Lücken unterschiedlicher Breite, in denen Daten binär codiert sind – oder als 2D-Code wie QR-Code oder Data Matrix ausgeführt sein. In beiden Fällen fungiert das Etikett als optischer Datenträger, der von Barcodescannern oder Kamerasystemen ausgelesen wird.
Im Einsatz werden die Codes von einem Lesegerät erfasst, indem die reflektierte Optik der Striche und Lücken optoelektronisch ausgewertet und in elektronische Daten umgewandelt wird. Der gedruckte Code enthält typischerweise Identifikations- und Metadaten wie Artikelnummern, Chargennummern oder Logistikinformationen und wird auf dem Etikett oft zusammen mit einer lesbaren Klarschrift ausgegeben. In der Logistik kennzeichnen Barcode-Etiketten Artikel, Behälter und Paletten; in der Industrie steuern sie Fertigungsprozesse und sichern die Rückverfolgbarkeit von Bauteilen; im Einzelhandel sind EAN- bzw. GTIN-Codes auf Haftetiketten und Verpackungen allgegenwärtig; im Labor und in der Pharmazie erfüllen sie gesetzliche Anforderungen an die Produktrückverfolgbarkeit. Für unternehmensübergreifende Anwendungen wie EAN-128-Versandetiketten gelten verbindliche GS1-Maßvorgaben, etwa eine maximale physische Codelänge inklusive Hellzonen von 165 mm und maximal 48 Nutzdatenzeichen, deren Nichteinhaltung die Lesbarkeit und Standardkonformität gefährdet.
Für den Etikettendruck ist die Wahl des richtigen Verfahrens und Materials entscheidend. Thermodirektdrucker brennen den Code direkt in wärmeempfindliches Thermopapier ein – ein schnelles und kostengünstiges Verfahren für kurzlebige Etiketten wie Versandlabels. Für robuste, dauerhafte Kennzeichnung in Industrie oder Labor kommt dagegen der Thermotransferdruck zum Einsatz, bei dem Farbe aus einem Farbband auf das Etikett übertragen wird, was deutlich beständigere Ergebnisse liefert. Bei großen Auflagen können Barcode-Etiketten auch im Flexo-, Digital- oder Offsetdruck vorproduziert werden. Die Materialauswahl – Thermopapier für Standardanwendungen oder Kunststofffolien für anspruchsvolle Einsatzbedingungen – richtet sich nach Untergrund, Temperatur, Chemikalienbeständigkeit und geforderter Lebensdauer. Gegenüber RFID-Etiketten sind Barcode-Etiketten passive Kennzeichnungsträger, die stets optischen Scannerkontakt erfordern; ihr wesentlicher Vorteil liegt in den sehr geringen Kosten und der hohen Zuverlässigkeit, da breite Strichgestaltungen tolerant gegenüber Kratzern und Verschmutzungen sind, solange ein lesbarer Bereich quer zu den Strichen erhalten bleibt. Klassische 1D-Codes weisen dabei eine begrenzte Informationsdichte auf; für größere Datenmengen auf kleinem Raum empfehlen sich 2D-Codes.