RPP

rPP steht für „Recycled Polypropylene“, also recyceltes Polypropylen, und bezeichnet Folien- und Trägermaterialien für Etiketten, die ganz oder überwiegend aus recyceltem Kunststoff bestehen. Das Material wird ausdrücklich vom neu produzierten, sogenannten virgin PP abgegrenzt und zählt zur Gruppe der PCR-Kunststoffe (Post-Consumer-Recycled), die aus bestehenden Abfallströmen gewonnen und aufbereitet werden.

Bei der Herstellung von rPP-Folien wird Polypropylen aus Recyclingströmen zurückgewonnen und zu neuem Folienmaterial verarbeitet, das anschließend als Etikettenmaterial eingesetzt werden kann. Ein zentraler technischer Vorteil liegt darin, dass rPP-Folien für den Einsatz in gängigen Etikettendruckverfahren ausgelegt sind und grundsätzlich dieselben Druckmaschinen und Produktionsprozesse nutzen wie herkömmliche PP-Folien. Hersteller von Etikettenmaterialien beschreiben rPP als hoch strapazierfähig und in seinen Verarbeitungseigenschaften mit neuem PP vergleichbar. Im Bereich der Rohstoffeffizienz wird rPP von einzelnen Herstellern mit dem Hinweis beworben, dass entsprechende Produktlinien bis zu 99 Prozent weniger Materialien aus fossilen Energiequellen benötigen als vergleichbares Neumaterial. rPP tritt in der Praxis häufig gemeinsam mit rPET, also recyceltem Polyethylenterephthalat, auf, da beide Materialien im Etikettendruck als recycelte Folienlösungen positioniert werden.

Für den Etikettendruck ist rPP aus mehreren Gründen relevant. Erstens ermöglicht das Material eine direkte Substitution herkömmlicher PP-Etiketten durch eine ressourcenschonendere Alternative, ohne dass grundlegende Umstellungen in der Maschinentechnik oder im Druckprozess erforderlich sind. Das senkt die Einstiegshürde für Betriebe, die ihren Materialeinsatz nachhaltiger gestalten wollen. Zweitens können Etikettenhersteller und Etikettenkäufer durch den Einsatz von rPP den Anteil an neu produziertem Kunststoff in ihren Produkten reduzieren, was unmittelbare Auswirkungen auf die Umweltbilanz hat und zur Erreichung unternehmensseitiger Nachhaltigkeitsziele beiträgt. Drittens wird rPP als Beitrag zur Schließung von Materialkreisläufen verstanden, indem Kunststoffabfälle wieder in verwertbare Rohstoffe überführt werden, anstatt sie dem linearen Produktionssystem zu entziehen. Für Unternehmen bietet der Einsatz von rPP-Etiketten zudem die Möglichkeit, das eigene Engagement für Ressourcenschonung gegenüber Kunden sichtbar zu kommunizieren. Einen eigenen DIN-, EN- oder ISO-Standard speziell für rPP im Etikettendruck gibt es nicht; das Material wird stattdessen im Rahmen übergeordneter Nachhaltigkeitsanforderungen an Etiketten und Verpackungen behandelt.