Graspapier-Etiketten sind Etiketten aus einem Papiermaterial, das typischerweise aus 30 % Grasfasern und 70 % Frischfaserzellstoff beziehungsweise FSC®-zertifiziertem Papier besteht. Der Begriff Graspapier – auch Grasspaper oder Grasfaserpapier genannt – ist keine normativ einheitlich definierte Fachbezeichnung, sondern eine Materialbezeichnung für Papier mit einem definierten Grasfaseranteil. Die verwendeten Grasfasern stammen aus getrocknetem Gras, das zu Heu wird, gemahlen, zu Pellets gepresst, in Wasser aufgelöst und anschließend ohne den Einsatz von Chemikalien weiterverarbeitet wird.
Die Herstellung des Grundmaterials erfolgt nach Quellenangaben mechanisch. Im Etikettendruck werden Graspapier-Etiketten sowohl als selbstklebende Rollenetiketten als auch als Bogenetiketten angeboten. Als Klebstoff wird von einem Anbieter ein lösemittelfreier Acrylatklebstoff genannt. Die Verarbeitung ist für gängige Ausgabegeräte wie Inkjet- und Laserdrucker beschrieben, was Graspapier-Etiketten sowohl für industrielle als auch für kleingewerbliche Anwendungen zugänglich macht. Das Material trägt in einer Ausführung eine FSC-Mix-Zertifizierung. Im Zusammenhang mit Kompostierbarkeit wird die Norm DIN EN 13432 erwähnt, wobei eine Quelle ausdrücklich darauf hinweist, dass das fertige Etikett inklusive Kleberschicht diese Anforderung nach eigener Darstellung nicht vollständig erfüllt.
Für die Auswahl und den Einsatz im Etikettendruck sind mehrere Eigenschaften relevant. Graspapier-Etiketten werden für Anwendungen in der Produktkennzeichnung, bei Getränken, Lebensmitteln, Kosmetik und Bio-Produkten sowie für Adressierung und Frankierung beschrieben. Mindestens ein Anbieter gibt an, dass das Material für den direkten Lebensmittelkontakt zugelassen ist, ohne jedoch eine konkrete Rechtsnorm zu benennen. Haptisch und optisch zeichnet sich Graspapier durch eine raue Oberfläche und eine naturfarbene, ungebleichte Anmutung aus, was die Materialwahl bei Etiketten beeinflusst, bei denen eine natürliche Optik gewünscht ist. Als weiteres Merkmal nennen die Quellen die Recyclingfähigkeit sowie eine teilweise Kompostierbarkeit des Grundmaterials. Mehrere Anbieter führen Ressourceneinsparungen gegenüber herkömmlichem Papier an, darunter reduzierten Holzverbrauch sowie geringere CO₂-, Wasser- und Energieverbräuche; diese Angaben stammen jedoch ausschließlich von den jeweiligen Anbietern und sind in den vorliegenden Quellen nicht einheitlich belegt. Für Einkäufer und Verarbeiter ist zudem praktisch relevant, dass das Material in verschiedenen Formaten – auf Rolle und als Blattware – verfügbar ist und sich damit in unterschiedliche Produktions- und Druckumgebungen integrieren lässt.