PID-Etiketten

PID-Etiketten sind Logistiketiketten, die mit einer Paletten-Identifikationsnummer (PID) bedruckt sind und der eindeutigen Kennzeichnung von Paletten sowie anderen Ladeeinheiten in Lager- und Transportsystemen dienen. Die PID selbst ist eine mehrstellige numerische Kennung – je nach Quelle neun oder zehn Ziffern –, die jeder Palette eine unverwechselbare Identität innerhalb eines Lagerverwaltungssystems zuweist. PID-Etiketten werden in der Regel fortlaufend nummeriert produziert und decken damit eine zentrale Anforderung moderner Intralogistik ab.

Im praktischen Einsatz werden PID-Etiketten an Paletten, Paketen oder sonstigen Packstücken angebracht und über ein Lagerverwaltungssystem (LVS) ausgewertet. Das LVS verknüpft die aufgedruckte Nummer mit den zugehörigen Warenbewegungen und Beständen, sodass jede Einheit im Lager nachvollziehbar bleibt. Entwickelt wurden solche Etiketten unter anderem speziell für Lagerverwaltungssoftware wie pLG Store, grundsätzlich lassen sie sich jedoch systemübergreifend einsetzen, weil die fortlaufende Nummerierung keine softwarespezifische Voraussetzung ist. Die Befestigung erfolgt entweder über Klebstoffe – ablösbar, permanent oder stark haftend – oder mittels Tacker, je nach Untergrund und Anforderung.

Für den Etikettendruck ergeben sich aus diesem Einsatzprofil konkrete Anforderungen an Material, Druckverfahren und Format. Als Druckverfahren kommen vor allem Thermotransferdruck und Digitaldruck zum Einsatz, da beide Verfahren widerstandsfähige, gut lesbare Barcodes und Ziffernfolgen für industrielle Umgebungen erzeugen. Bei der Materialwahl stehen Kunststofffolien wie Polyethylen (PE), PVC, Polyester, Polystyrol und Tyvek zur Verfügung, wenn mechanische Belastung, Feuchtigkeit oder chemische Einflüsse eine Rolle spielen. Für Kühllager und Tiefkühlbereiche bis −40 °C wird spezielles TK-Papier eingesetzt. Papier und Thermopapier decken weniger anspruchsvolle Lagerbedingungen ab. Die verfügbaren Standardformate reichen von kompakten Maßen wie 75 × 58 mm bis hin zu großflächigen Varianten wie 100 × 200 mm oder doppelt ausgeführten Formaten, etwa 150 × 100 mm oder 180 × 70 mm, was unterschiedlichen Platzverhältnissen auf Paletten und Packstücken Rechnung trägt.

Für Etikettenlieferanten bedeutet das: Sie müssen fortlaufend nummerierte Etiketten in systemkompatiblen Nummernkreisen liefern, geeignete Klebstoffsysteme für verschiedene Oberflächen bereitstellen und die Materialwahl konsequent auf die jeweilige Lagerumgebung abstimmen. Anwender auf der Käuferseite profitieren von der Rückverfolgbarkeit und der Prozessintegration – vorausgesetzt, das gewählte Etikett bleibt unter den tatsächlichen Lagerbedingungen dauerhaft lesbar und haftet zuverlässig. Explizite Normen oder Standards werden in den einschlägigen Fachquellen zu PID-Etiketten nicht genannt; die Anforderungen leiten sich funktional aus dem jeweiligen Lagerverwaltungssystem ab.