Ungestrichenes Papier – auch als „uncoated“ oder Naturpapier bezeichnet – ist ein Etikettenpapier, dessen Oberfläche nicht mit einer Streichfarbe oder Pigmentbeschichtung behandelt wurde. Es wird ohne synthetische Inhaltsstoffe hergestellt und zeichnet sich durch eine leicht raue, offenporige Oberfläche aus, bei der feine Papierfasern sichtbar bleiben. Im Unterschied zu gestrichenem Papier (coated), das durch einen Bindemittel- und Pigmentauftrag eine glattere, geschlossenere Oberfläche erhält, bleibt ungestrichenes Papier in seinem naturbelassenen Zustand.
Im Etikettendruck wird ungestrichenes Papier überwiegend aus holzfreiem Zellstoff gefertigt, was eine höhere Festigkeit und bessere Alterungsbeständigkeit gegenüber holzhaltigen Varianten bietet. Als Etikettenmaterial ist es typischerweise mit einer Klebstoffschicht und einem Trägermaterial aus Silikonpapier oder -folie aufgebaut. Hinsichtlich der Bedruckbarkeit ist ungestrichenes Papier mit nahezu allen gängigen Druckverfahren kompatibel, darunter Thermotransfer-, Laser- und Inkjetdruck. Beim Thermotransferdruck gilt jedoch eine wichtige Einschränkung: Da die Grundregel lautet, dass eine glattere Oberfläche bessere Ergebnisse liefert, benötigen raue, ungestrichene Papiere gegebenenfalls besonders weiche Wachs-Farbbänder und angepasste Druckparameter. Gestrichene Papiere sind für den Thermotransfer daher im Vorteil, ungestrichene Qualitäten funktionieren aber mit entsprechend abgestimmten Bändern zuverlässig. Ungestrichenes Papier kann zudem nach dem Druck gut handbeschriftet und bestempelt werden, was in der Praxis zusätzliche manuelle Kennzeichnung erleichtert.
Für den Etikettendruck ist ungestrichenes Papier vor allem dann relevant, wenn kostengünstige Lösungen gefragt sind und keine besonders hohen Anforderungen an Druckveredelung oder Oberflächenglanz bestehen. Typische Einsatzgebiete sind Logistik- und Versandetiketten, industrielle Betriebskennzeichnung sowie Produkt-, Preis- und Regaletiketten im Innenbereich. Für den Außeneinsatz oder bei erhöhter Feuchtigkeits- und Mechanikbelastung ist ungestrichenes Papier weniger geeignet – hier zeigt es gegenüber Folienmaterialien deutliche Schwächen. Die raue, matte Oberfläche und die naturbelassene Haptik machen ungestrichene Papieretiketten hingegen attraktiv für Anwendungen, bei denen ein natürlicher oder ökologischer Produkteindruck gewünscht wird. Ungestrichene Papiere sind zudem als FSC-zertifiziertes Recyclingpapier erhältlich, was nachhaltigkeitsorientierten Anforderungen entgegenkommt. Wer bei der Materialauswahl zwischen ungestrichenem und gestrichenem Etikettenpapier abwägt, sollte Druckverfahren, Untergrund, Umgebungsbedingungen und die gewünschte Druckqualität sorgfältig berücksichtigen.